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Die nicht ganz so offizielle Rassebeschreibung (Gene und Fressverhalten)

1. Juli 2011

Heute möchte ich mich einmal dem Rassen-Hund-Fu widmen. Denn es ist sehr wichtig, zu wissen wie sein Hund tickt, und was die Standards innerhalb der Rassen sind. Bei einem reinrassigen Hund, ist das recht einfach. Hund-Fu Schriften aufschlagen, lesen, verstehen und umsetzen. Bei Mischlingen, je nach dem wie viele Rassen mitmischen durften ist das schon schwieriger, denn hier muss noch das Verhältnis der Rassen zueinander und die Gewichtung miteinbezogen werden.

Die offiziellen Rassebeschreibungen lesen sich im großen und ganzen ähnlich. Alles und jeder ist ein freundlicher Familienhund, der wenn gut geführt auch bla..bla…bla. *Bitte hier beliebige verkaufsfördernde Phrase einsetzen* Auf das Thema offizielle Rassebeschreibungen, und wie man sie deutet werde ich nochmal separat eingehen.

In den Archiven des Hund-Fu findet der Novize allerdings, nach langem Suchen, Schriftrollen und Bücher, die eine ganz andere Sprache sprechen als die offiziellen Dokumente. Ich kann hier natürlich nur vom Labrador Retriever ausgehen. Aber diese Schriftrollen sind höchst aufschlussreich.

Beginnen wir einfach einmal mit dem Genpool. Hier gibt es unbestätigten Quellen zur Folge schon sehr lange ein Problem mit der Stabilität der Rasse, aufgrund von Überfütterung und harter Zuchtauslese. Um dem entgegen zu wirken wurde heimlich still und leise, das Einkreuzen von „frischem Blut“ in die Rasse beschlossen. Da ein Einkreuzen bestehender Hunderassen sehr auffällig wäre, (man stelle sich einen Labrador mit den spitzen Ohren eines Schäferhundes, oder gar dem wahnwitzigen Verhalten eines Jack Russell Terriers vor) wurde dank modernster Gentechnik ein neues Verfahren erarbeitet. In bester Tradition zu unsinnigen Kreuzungen wie dem „Göffel“ wurden kurzerhand einfach andere Tierarten eingekreuzt, um die Charakteristika des Labrador Retrievers zu stärken. An erster Stelle zu nennen wären hier Esel und Böcke aller Art, die vor allem das Attribut „Stur“, oder sogar „sehr Stur“ für sich in Anspruch nehmen. Anfänglich noch getarnt als „echte“ Labrador Retriever wurden diese Tiere feilgeboten und ahnungslosen Hundeliebhabern vermittelt. Schnell stellte sich jedoch heraus das diese Kreuzung zu gut gelungen ist. Inoffiziell wurden der FCI diese neuen Rassen zur Prüfung vorgestellt, die Ihren Namen in Anlehnung an die Originale erhalten sollen. Diese neuen Rassen werden, wenn anerkannt Labrador Ret-Esel und Labrador Ret-Bock genannt. Beiden Rassen ist die typische Sturheit schon auf viele Kilometer anzusehen, obwohl sie sich äußerlich nicht von reinrassigen Labradoren unterscheiden. Entscheidend ist hier der trotzige Schädel, der zu 70 % aus Granit und zu 30 % aus Stahlbeton besteht, und der angespannte „No Will to please YOU, if you got no cookies“ Geschichtsausdruck. Angeblich soll auch schon der ein oder andere Labrador Ret-Esel mit mindestens einem Huf gesehen worden sein. Ich persönlich kann das nicht bestätigen.

Labrador Retriever sind hochintelligente Hunde. Das stimmt, schafft allerdings auch extreme Probleme. Ich erläutere das einmal an zwei Beispielen. Zum einen aufgrund seiner geistigen Fähigkeiten, wird der Labbi immer erst abwägen ob es sich lohnt, jetzt das Kommando seines Hundeführers zu befolgen. Schließlich könnte es ja sein, das irgendwo in der Nähe etwas passiert das extrem interessanter ist als jetzt zum Beispiel „Platz“ zu machen. Mag es ein flitzendes Eichhörnchen, ein Schmetterling oder auch nur ein Pferdeapfel sein. Das kann man alles fressen und daher lohnt sich die Jagd.  Beispiel zwei, welch anderer Hund entwickelt so viele Strategien um an Futter zu kommen? Stimmt..keiner. Angefangen beim „schau mal wie lieb ich schau“ über „Ich nehm mir das mal vom Tisch..ja?“ bis zum heimlichen öffnen der Futterbox in Safeknackermanier ist da echt alles dabei.

Womit wir auch beim Thema Fressen wären. Oh, in Labradorkreisen immer gerne und ausführlich diskutiert. Futter, Fressen, Leckerlie und Co bestimmt zu 80 % das Handeln eines Labbis. Satt sein, ist ein Zustand den der Durchschnittslabbi nicht kennt. Ich hörte von einer Hundezucht im hintersten Winkel des Hindukuschs die es geschafft haben soll in jahrtausendelanger Selektion einen Labrador zu züchten der nach der Aufnahme des 5 fachen seines Körpergewichtes satt ist. Ich persönlich halte das für einen Mythos, ähnlich dem heiligen Kral. Um es in einer Gleichung auszudrücken: Labrador zu satt verhält sich wie Buddhist zu Nirwana. Ohne mehrfache Reinkarnation einfach nicht zu erreichen. Wobei bei der Nahrungsaufnahme hier keine großen Unterschiede gemacht werden. Gefressen wird einfach alles. Und ich meine auch wirklich alles! Geschmäcker sind verschieden heißt es allgemein. Der Labbi hat sie alle! Mit der Wucht eines Industriestaubsaugers gepaart mit dem Suchtverhalten eines durchschnittlichen Technojüngers auf Crack wird da unreflektiert alles geschluckt was ihm vor das hungrige Hundemaul kommt. Frei nach dem Motto „was ich hab, das hab ich“ Das ist übrigens der Vorgang in dem die berühmte Intelligenz des Labradors vorübergehend aussetzt. Ich stelle mir das so vor, das alle internen Ressourcen des Hundes auf ein Ziel ausgerichtet werden. „Futtern..und zwar schnell“. Sämtliche restlichen Körperfunktionen werden auf ein Minimum reduziert. Gehorsam runtergefahren wie ein Atomkraftwerk kurz vor einem Erdbeben. Nur um dann hinterher festzustellen… 3 Paar Socken und 5 BH´s sind nicht gesund für meinen Verdauungstrakt. Das ist allerdings ein äußerst nebensächlicher Fakt, der gerne in Kauf genommen wird, wenn der Hund zumindest neben der Unterwäsche noch einige Gramm Katzenfutter, eine Tüte Chips und das Steak des Hundeführers erwischt hat. Nachdem Herr oder Frau Labrador durchs Haus gefegt sind wie ein tasmanischer Teufel, widmet sich Hund dann gerne einer weiteren Lieblingsbeschäftigung. Schlafen, vorzugsweise in nassem, dreckigen Zustand auf einer cremefarbenen Couch.

Ich frage mich nun allen ernstes, wer auf die geniale Idee kam, einen liebenswerten intelligenten Hund zu züchten, der „erlegtes Essen“ apportieren soll, aber selber total futterfixiert ist. Das ist für mich, eines der großen Rätsel der Hundezucht. Gleich nach „Schäferhunde dürfen keine langen Haare haben“, „Wir züchten Hunde ohne erkennbare Nasen“ und „Ach der kleine Gendefekt, der macht doch nix“

Fazit: Ein Labrador ist der Futter-Terminator der Hunderassen….I´ll be back!

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