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Hund-Couture

12. Juli 2011

Aktuell war sie gerade wieder, die Berliner-Fashion-Week. Und als Informationsjunkie wie ich einer bin, kann man sich diesem Thema einfach nicht entziehen. Es ist omnipräsent, und ganz ehrlich, es nervt mich! Ich bin modisch ungefähr so interessiert wie ein Topmodell an einer anständigen Mahlzeit. Trotzdem fing ich an mir über das Thema Klamotten einmal meine Gedanken zu machen. In meinem Schrank hingen bis vor einem Jahr zwei Arten von Outfits, Businesskleidung und Freizeitklamotten. Das wars..

ABER, seit ich einem Labrador mein eigen nenne, kam Schritt für Schritt eine dritte Kategorie hinzu, die Hund-Couture.

Die Hund Couture, ist sowas wie eine Uniformierung für Hundebesitzer. Am Outfit des jeweilig anderen, kann das geübte Auge schon relativ schnell erkennen, mit was für einem Zeitgenossen von Hundeführer er oder sie es da zu tun. Die Art von Informationen, die unsere Hunde durch gegenseitiges Beschnüffeln aufnehmen, kann der Hundebesitzer also durch aufmerksames Beobachten des anderen feststellen. Ja, wir sind evolutionär wohl einen Schritt hinter unseren Tieren.

Der Einfachheit halber, lasse ich jetzt mal Spezialoutfits wie das „Ich habe einen Pitbull“ Dress bestehend aus zu enger Lederjacke, billigen Cowboystiefeln und alter abgewetzter Uncle Sam Hose aussen vor, das würde zu weit führen und hier den Rahmen sprengen.

Konzentrieren wir uns also auf die Kategorien der Hund-Couture, die sich grob in 4 Bereiche einteilen läßt: „warme Tage“ „kalte Tage“ „nass“ und „verdammt ist das ein Sauwetter“. Für jede dieser vier Kategorien gilt ein striktes System aus benötigten Bestandteilen. Anhand der Beschaffenheit, kann das geschulte Auge auch ablesen wie ernst der andere es mit der Hundehaltung hält. Ein Beispiel: trifft man jemanden der auch nur ansatzweise „normale“ Freizeitbekleidung trägt, kann man schon erahnen das der Mastiffmischling Schatzi an der rosa Flexileine, höchstwahrscheinlich „unerzogen“ ist.

Ist derjenige allerdings z.B. von Kopf bis Fuß mit perfekter Garderobe ausgestattet, die zum einen impliziert das man selber eine Wolfshaut ist, oder Kleidung von skandinavischen Herstellern trägt deren Namen man in hundert Jahren nicht richtig aussprechen lernt, kann Hundemensch überzeugt sein das Pudelrüde „Dschingis Khan“ mit Sicherheit pariert wie ein frisch gebrochener Marine in der Grundausbildung.

Da alleine die Einteilung in die vier Grundtypen schon äußerst kompliziert ist, birgt das natürlich für den unerfahrenen Neuling viele Fehlerquellen, die wenn dann schmerzlich erfahren, Schritt für Schritt ausgemerzt werden können.

 

Grundsätzlich gilt, es gibt einige Standardausrüstungsteile, an denen kein Weg vorbei führt. Ich liste im folgenden einfach mal auf, was als Grundausstattung zwingend benötigt wird. Zum ersten, um Wind und Wetter zu trotzen, zum zweiten damit man nicht aussen vor ist und auffällt wie der Popper in der Skinhead-Disco.

1. Kopfbedeckung

Die Kopfbedeckung schützt den Hundefreund vor zu starker Sonneneinstrahlung, Regen Wind und Schnee. So ist sie ein fester Bestandteil einer jeden Ausrüstungskategorie. Kopfbedeckungen sind je nach Wetter entweder breitkrempig, mit Wachschicht versehen, oder aus festem Wollstoff jeder Farbe. Absolut zu vermeiden sind modische Baseballmützen aller Art. Spätestens dann wenn dem unerfahrenen Hundeanfänger beim ersten Sturmtief der Regen durch den Kragen das restliche wasserfeste Outfit flutet, und er nur ein wissendes Lächeln eines erfahreneren erntet wird er diesen Fehler nicht mehr begehen, und sich in diese Augenblick davon verabschieden.

2. Jacken und Westen

In jeglicher Kategorie und Beschaffenheit, haben Jacken und ärmellose Westen für den Hundeliebhaber alle einen gemeinsamen Nenner, viele viele Taschen. Das macht durchaus Sinn, wo soll man sonst Zigaretten, Telefon, Bierdosen, Kotbeutel, und andere Dinge des freundlich gewaltfreien Hundegebrauchs diskret verstauen. Während Jacken zur Abwehr der Elemente Regen, Wind und Schnee zum Einsatz kommen, werden Westen häufig nur bei gutem Wetter getragen. Gelegentlich trifft man allerdings auch Hundebesitzer die Westen über Jacken tragen, wahrscheinlich um zu verschleiern das ihre Jacken nicht ausreichend mit Taschen bestückt sind. Hier gilt dann im allgemeinen: nachbessern ist angesagt. Während Westen aus baumwollartigen Stoffen gefertigt sind, gibt es bei Jacken viele verschiedene Varianten, meist aber ähnlich wie bei den Kopfbedeckungen, mit einer dicken übelriechenden Wachsschicht beschmiert, oder wahlweise aus Gore-Tex. Stets mindestens in Drei-Viertel Länge.  Für die Variante „Ganz harter Hundeführer“ hält der freundliche Bekleidungshändler auch eine Variante in Gummi bereit. Meist in Kombination mit der dazu passenden Hose. Dezent gehalten  in der Hundehaltermodefarbe Grün. Böse Zungen (wie ich) behaupten ja, das so gekleidet der Eindruck eines Soldaten entsteht der in einem  ABC Trupp dient.

Jacken und Westen sind im allgemeinen in den Grundfarben grün und schwarz erhältlich, meist recht schnell versehen mit einer Patina aus Dreck und harten Gebrauchsspuren.

3. Das hunderesistente Beinkleid

Zu Hosen ist hier von der Beschaffenheit her nur soviel zu sagen, sie entsprechen ihrem Gegenstücken den Jacken und Westen. Versehen mit noch mehr Taschen, aus den jeweils zu Jacken korrespondierenden Stoffen. Der modebewußte Hundeführer wagt auch gerne einnmal eine Kombination, je nach Wetterlage, aus verschiedenen Materialien. Gerne bringt er speziell bei Hosen aus Baumwollstoff einmal die knallige Farbe dunkelblau als Akzent ins Spiel. Als Fauxpas gilt in der Hund Couture das tragen von Röcken aller Art, auch für die Damen! Beinkleider sind meist aus dichten hundepfotenabweisenden Lagen gefertigt. So entsteht bereits automatisch ein gewisser Schutz gegen das Anspringen und Rempeln von Lumpi und Co. Verschiedene Star-Designer gehen dazu über um das Anspringen des Hundes zu vermeiden modischen Stacheldraht an den Hosenbeinen anzubringen. Ich persönlich bevorzuge diese Variante nicht, die Stacheln rosten zu schnell, und können so ihrer angedachten Funktion nur bedingt nachkommen.

 

4. Das Schuhwerk

Schuhwerk ist ein weiterer äußerst wichtiger Faktor und ein absolut unumgänglicher Teil einer gewissen Grundausstattung für den aufstrebenden Hundebesitzer. Schuhwerk sollte wasserfest, wasserdicht (wer einen wild markierenden Rüden sein Eigen nennt weiß was ich meine) kälteressistent und vor allem leicht zu säubern sein. Schuhe gibt es in fast so vielen Varianten wie Jacken und Hosen. Auch die Materialien sind im großen und ganzen die selben. Zur Grundausstattung gehören natürlich mindestens vier Paar, um alle Kategorien entsprechend abzudecken. Was nützt es auch, wenn Junghundebesitzer mit einem eleganten Sommerschuh auf einen Hundeplatz stößt der matschiger ist als die Big Mac Sauce eines großen Systemgastronomen. Hier müssen härtere Geschütze aufgefahren werden. In solch einem Extremfall z.B., aus, ihr werdet es erraten ..Gummi. Letztendlich ist Gummi die perfekte Lösung für fast alle Witterungsverhältnisse. Dieser Trend wird sich sicher im Laufe dieser Saison durchsetzen, denn auf Feld, in Wald und Wiese, ist dieses Jahr Grün das neue Camouflage.

 

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From → Hundesachen

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