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Alles ausser Paprika…..

4. August 2011

Es ist ja jetzt grundsätzlich kein Geheimnis, das der Labrador an sich kein Futterverächter ist. Da mag es auch gar nicht verrückt klingen die These aufzustellen, „ein Labrador frisst gern“ Ich geh sogar noch einen Schritt weiter und behaupte hier einfach mal „Der Labrador frisst gerne reichlich“. Ja ich werde jetzt sogar richtig dreist, und warte darauf das mir irgendwer das Gegenteil beweist, ich sage einfach mal „Ein Labrador frisst gerne und reichlich und nimmt dann noch dankend ein Dessert entgegen“ Es mag den Nicht-Hundemenschen verstören zu erfahren, das dieses Dessert durchaus auch mal in Form eines Pferdeapfels am Drive-In Schalter des Mc-Waldweges erscheinen kann. (Aber bitte ohne Eis) Es scheint hier Aufklärungsbedarf darüber zu herrschen, das Labradore in den meisten Fällen eine grundlegend andere Vorstellung von Wohlschmeckend haben als wir Menschen. Das klingt komisch.. Ist aber so. Ja ,Mäuse stehen durchaus auch auf dem Speiseplan. Ein weiteres Indiz für das ganz spezielle Labrador-Wohlschmeck-Gen ist die häufige Nahrungsaufnahme aus dem… ja.. Katzenklo.Leicht zu erkennen, am klebenden weißen Katzensand an feuchter Hundenase und einem „Ich hab doch nix gemacht“ Gesichtsausdruck. Gundel bestätigte mir das unlängst mit einem Vergleich zu Schokolade… das führe ich hier aber nicht weiter aus, es ist einfach nix für einen schwachen Magen. Noch nicht genug? Gelegentlich, oder sagen wir wann immer möglich stellt der Labrador an sich, eine direkte Verbindung zwischen Wohlschmeckend und Füßen her. Vorzugsweise wenn sich die Füße unbesockt in liegender Position auf einer Couch befinden. Das hat schon was von der mittelalterlichen Foltermethode, Ziegen Salz von besagten Füßen schlecken zu lassen.. Gestehe Sünder!

Nehmen wir wieder einmal eine der vielen offiziellen Rassenbeschreibungen zur Hand, die wie wir ja wissen darüber Auskunft geben was für ein lustiger, familienfreundlicher, sozialverträglicher verspielter Wuffel so ein Labrador Retriever ist. Ich habe sie damals als mir der Lycos Hund in die Quere kam, so ziemlich alle gelesen. Die Beschreibungen sind sich durchweg einig. Erwähnung findet meist in einem Nebensatz der Umstand: „Der Labrador Retriever ist ein Allesfresser.“

Toll dachte ich mir, in meinem Noch-Nicht-Hundebesitzer Leichtsinn, da spar ich mir glatt ne Biotonne.. Immer rein in den Hund damit. Das habe ich natürlich nie praktiziert, aber ich muss gestehen, die Idee war vorhanden. Das Problem mit dem Ausdruck Allesfresser ist der, wir Menschen mit unseren relativ klar definierten Vorstellungen von wohlschmeckend und Magenwandverträglich haben eben eine andere Vision von Allesfresser als besagte Hunderasse. Hier heißt Allesfresser WÖRTLICH Allesfresser. Das liebe Nicht-Hundebesitzer hat nicht absehbare Folgen auf ihr Leben und auf den Standard ihres Mobiliars, oder etwa Ihrer Schuhsammlung. Was uns der Rassenstandard verschweigt ist spätestens nach dem Einzug des Labbi Welpen klar… Nimm es wörtlich!

Nun ist es nun mal so, und ich persönlich muss damit leben. Okay es gibt durchaus schlimmeres. Aber gelegentlich ergeben sich aus dem Umstand des Nimmersattseins einige skurrile Situationen. Wie zum Beispiel die folgende: Im tiefen Bewußtsein, mein Labrador frißt alles, habe ich ihm vor einiger Zeit ein Stück Paprika kredenzt. Ist ja gesund, und hat viele Vitamine. Das Problem war nur, er wollte es nicht. Missmutig starrte er mich an und verweigerte die Futteraufnahme. Ich war schockiert, und mein innerer Hunde-Hypochonder schlug Alarm. Mein Hund frißt nicht mehr, der hat sicher einen Darmverschluß. Sofort griff ich zum Telefon und wählte die Nummer unseres Tierarztes, bereit ihm eine weitere Rate seiner Motoryacht zu finanzieren, denn schließlich müsste der Darm bestimmt geöffnet werden um Fremdkörper zu entfernen. Während ich hektisch auf die Tasten haue sehe ich aus den Augenwinkeln wie Herr Labrador zwar das Stück Paprika links liegen läßt, dafür aber behände mit den Vorderpfoten die Küchenarbeitsplatte erklimmt und sich freudig MEIN Abendessen (ein wunderschönes argentinisches Rindersteak) schnappt. Mit einem Grunzlaut läßt mein Hund das komplette Steak in seiner Futterluke verschwinden, und wir konnten gerade noch zu zweit dafür Sorge tragen das er es nicht hinunterschluckt. Ein Bild für Götter, leider hatte ich keine Zeit davon ein Foto zu machen.

Wie man sich vielleicht denken kann, ich hab den Tierarzt nicht angerufen, und war sehr versucht, dem örtlichen Hundeabdecker dafür einen freundlichen Anruf zukommen zu lassen. Was war hier passiert? Nun das Wohlschmeck-Gen hat in Bezug auf leckere Paprika wohl vermerkt „ne nicht mein Ding“ dafür aber gabs Deckungsgleichheit zwischen Mensch und Hund in Bezug auf Rindersteak. Leider blieben an diesem Abend für mich ausser dieser Erkenntnis und belustigtem Gelächter meiner Frau nur noch Brote übrig, und Paprika natürlich.

Diese selektive intelligente Futteraufnahme ließ mich dann doch ins Grübeln kommen, und ich überlegte mir woher das wohl kommen mag. Vor einiger Zeit berichtete ich ja über die skandalösen Vorgänge der Einkreuzung diverser Esel und Böcke in die Rasse des Labradors, und durch erneute Recherchen kam ich einem weiteren Einkreuzungsvorgang auf die Schliche. Es wurden auch frische Gene des gemeinen Hausschweins und der freilebenden Wildsau dem Genpool des Labrador Retrievers zugeführt. Die Beweise dafür liegen klar auf der Hand. Labrador Ret-Schwein ist hochgradig intelligent. Zum einen ist er fähig zur selektiven Futteraufnahme wenn auch nach menschlichen Maßstäben in irrationaler Art und Weise. Zum anderen kennt der Durchschnitts-Labrador Ret-Schwein mindestens 3527 Kommunikationswege um uns Menschen mitzuteilen: „ Ich könnt nen Haps vertragen“

Ein weiterer klarer Beweis ist das Suhlen, welches diese Hunderasse definitiv vom Schwein übernommen hat. Beobachten sie doch bitte mal das Sozialverhalten eines Labbis beim Anblick einer Schlammpfütze und vergleichen sie dieses dann direkt mit einem Wildschwein. Die Ähnlichkeit ist nahezu erschreckend. Das gleiche gilt übrigens für das Futterwühlen mit der Nase. Ein Labbi kann auf alle Fälle jedem hochausgebildeten Trüffelschwein die Schau stellen, und dabei reicht es wenn dort ein Pferdeapfel liegt. Es muss nicht zwangsweise Trüffel sein. Neben diesen Verhaltensweisen gibt es auch ganz klare äusserliche Anzeichen. Nehmen wir als Beispiel das Fellkleid, das vor allem bei braunen Labradoren doch eher den Borsten eines Wildschweins, als etwa den flauschigen Fäden eines Collies gleicht. Die wichtigsten Merkmale allerdings sind die auffälligen Hängeohren und die rüsselartige Nase. Ich denke viel mehr Beweise muss ich hier nicht anführen. Die genannten sprechen durchaus eine deutliche Sprache.

Zum guten Schluß, wie ja bereits gesagt, schreckt Allesfresser vor nichts zurück, oder vor fast nichts, das sich auf irgend eine Art und Weise zerkauen läßt. Mögen es Schuhe sein, Plastiktüten, USB Sticks oder gar Laptopkabel die sogar noch am Stromnetz angeschlossen sind (sorgt für prickelnde Unterhaltung). Zerschreddert wird einfach alles was in Hundeschnauze paßt. Und ich möchte schließen mit den Worten des finnischen Parson Jack Russel Forschers Mika Henrianleinen, Autor so bedeutender Werke wie „Schulterwurf und soziale Verstrickung beim Terrier“ der einmal abseits seines Fachgebiets zum Besten gab: Labbikacke – nur echt mit Fremdkörpern!

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From → Hundesachen

3 Kommentare
  1. Thomas Kriehn permalink

    …mal ganz ehrlich: Wenn du, als ebenfalls „Allesfresser“ die Wahl hast zwischen einem argentinischen Rindersteak und einem Stück Paprika – wofür entscheidest du dich? Und sollte man dir nen Arzt rufen, wenn du dich nicht für die Paprika entscheiden solltest? So unähnlich ist uns der Labbi wohl doch nicht, was? Na gut: die Pferdeäpfel würde ich verschmähen! 😉 Liebe Grüße an Tari, sag ihm: „Bist ein Braver, hattu fein gemacht!“ *ggg* CU, T.O.M.

  2. Diva permalink

    Besser kann man einen Labbi nicht beschreiben. Meine Labbi Freunde sind genau so!
    L.G. Diva

  3. Biggi permalink

    Zum Thema Labbikacke-nur echt mit Fremdkörpern:
    Unser Labbi kackt heute zum zweiten Mal Würste, die aussehen wie Müsliriegel. Er hat bei seinem unerlaubten Besuch des Nachbargrundstücks gestern zum 2. Mal die Vogelfutterschüssel mit ca. 400 g Vogelkörnern aufgefressen. Der Durchgang zum Nachbarn ist jetzt endgültig dicht.

    🙂

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