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Freitag der 13.

20. August 2011
Ein Test

Es war an einem Freitag den 13. als wir unseren kleinen Teufel abgeholt haben. Freitag der 13. August 2010. Nun es jährt sich dieser Tage zum ersten Mal, und das ist die Chance für mich einfach mal eine erste Bilanz zu ziehen. Nein, nicht das ich abergläubisch wäre, hey Freitag der 13. Schließlich heißt mein Hund nicht Jason, und er trägt auch nur ganz selten weiße Hockeymasken. Fakt ist aber schon, das dieses Jahr nicht wenig anstrengend war. Meine Haare sind grauer, und mein Hund circa 25 Kilo schwerer als am ersten Tag. Aber wir alle leben noch! Dabei fällt mir gerade auf, wo ist unsere Kettensäge eigentlich hin gekommen?

Was ist geblieben von dem Jahr, okay ausser verklumpten mitgewaschenen Leckerchen in den Hosentaschen? Ich denke so einige Erkenntnisse. Eine erst mal vorne weg, und ich befürchte ich wiederhole mich da. Der Labrador an sich.. frisst gern. Das kann Mann nicht oft genug wiederholen. Denn dieser Fakt wird zu arg verniedlicht. Der Labrador an sich ist auch aufgrund seiner hohen Intelligenz „leider“ in der Lage zu unterscheiden, wann es denn nun gewinnbringend ist einem Befehl zu folgen, oder eben nicht. Dazu kommt das sein so hochgepriesener „Will to please“ durch zeitweise Taubheit außer Kraft gesetzt wird, wenn er der Meinung ist:“Nö..da drüben das ist viel interessanter“ Wie wir ja bereits gelernt haben, ist das dann meist ein Pferdeapfel, oder ein saftiges Stück Aas. Wenn der Labrador Glück hat, auch eine für seinen Gaumen äußerst reizvolle Kombination von beidem. Ein Stück Aas, auf dem ein Pferdeapfel gelandet ist. Dann ist Labbi Weihnachten. Was nötig ist damit für einen Labrador Weihnachten und Ostern auf einen sprichwörtlichen Tag fallen, darf sich jeder jetzt selber in den tiefsten Abgründen seiner Phantasie vorstellen. Und dann bitte noch eine Schaufel drauflegen. Mahlzeit!

Nun ich erinnere mich gerne an viele lustige Situationen mit meinem Hund. Und auch wenn der Anschein manchmal trügen mag, ich könnte mir keinen besseren vorstellen. Gundel sagte häufig dieses Jahr zu mir. Ein jeder bekommt den Hund den er verdient! Das allein gab mir Anlaß zum Grübeln. Verdiene ich sowas wie meine kleine Futtervernichtungsmaschine mit Hang zur chaotischen Selbstdarstellung? Definitiv, ja! Ich weiß zwar nicht was ich so in meinen vorherigen Leben angestellt hab, aber ich denke es ist an der Zeit für Abbitte.

Aber zurück zur Bilanz des ersten Jahres, das ist ja schließlich der Grund für diesen Text. Betrachten wir das ganze mal aus einem ökonomischen Blickwinkel. Natürlich schafft man bevor ein Welpe einzieht eine ganze Menge Dinge an, an denen er sich erfreuen soll, und die den Alltag mit ihm leichter gestalten, oder einfach nur um ihn am Leben zu erhalten. Eines gleich vorne weg.. Nichts von dieser hochwertigen Grundausstattung hat überlebt. Jason läßt grüßen. Ich erinnere mich noch sehr gut, als wir den örtlichen Laden für Tiernahrung und Ausstattung besucht haben um eine Hundesurvivalerstausstattung zu kaufen. Nennen wir dieses illustre Etablissement der Einfachheit halber einmal „Futterdose“. Nach Zahlung der reichlich angehäuften Hundeerfreumittel hätte es mich nicht gewundert, wenn der Besitzer dieses Ladens aus einem Rolls Royce mit goldenem Lenkrad und diamantbesetzten Armaturen geklettert wäre nur um feist eine Flasche Champagner zu entkorken, die er dann seinen zahlreichen Groupies reicht. Eines war mir in dem Moment bewußt.. Groupies gibts für mich nicht mehr. Ich habe einen Hund. Und beides sprengt den finanziellen Rahmen. Ein zusätzlicher Effekt ist der, das meine Frau bei dem Hund seltener Rot sieht als bei einer Horde Groupies. Es sei denn der Hund fällt über ihre Schuhe her.

Zurück zum Thema. Ich entleerte also den Inhalt meiner Geldbörse auf den Tresen der Futterdose und fuhr mit dem Wissen nach Hause fast alles zu haben. Auf Monate, ja Jahre hinaus. Hätte ich dieses subtile Geräusch in meinem Kopf wahrgenommen.. es war das schallende Lachen eines Labradors, wäre ich sicher nicht so zufrieden gewesen. Hier nun eine kurze Liste der Dinge die Herr Hund, mit oder ohne weiße Hockeymaske in diesem Jahr erledigt hat:

– Ein Weidenkorb (Groß und gepolstert), Ergebnis.. Zerfressen, die Polsterung zerrammelt. (Jeder der einen jungen Rüden hat kann sich unter zerrammelt was vorstellen)

– Zwei Brustgeschirre (hätte ich ihn nicht so gefüttert wäre er nicht rausgewachsen)

– Drei Halsbänder (Eins entwachsen, eins zerbissen eines gebrochen.. Qualitätsware)

– Zwei „normale“ Leinen (eine angenagt.. Ich will hier nicht liegen, eine zerschlissen)

– Eine Schleppleine (Versuch du doch mal einen gordischen Knoten zu lösen den ein Labbi verursacht hat)

– 2 mit Hundepfoten versehene Liegekissen… (siehe Polsterung Weidenkorb)

– Ein Schonbezug für Autorücksitzbank (Selber schuld, jetzt musst du in den Kofferraum)

– Zwei Dutzend oder mehr Stofftiere aller Art Größe und Farbe (Die Art des dahinscheidens dieser Spielwaren wird sehr bildlich wenn man sich den Klassiker von Tommi Stumpff „Massaker“ anhört und dabei zusieht wie sein Hund ein Stoffschaf bearbeitet. Ihr kennt den Song nicht? Bitte sehr: http://www.youtube.com/watch?v=ejLbn-c1kHM )

– Diverse Bälle, Zerrspielzeuge, Frisbees (R.I.P)

– 2 Hundeboxen aus Zeltstoff (Einmal Boden durchgeschabt, einmal Reißverschluss durch gezielten Biss ausser Gefecht gesetzt)

– 1Hundebox aus Plastik (Von Frau verweigert)

– 35.3 Schellen (Aufgrund von Ungehorsam in den Wald geworfen und nie wiedergesehen)

– 7 Klicker (Wenns mal wieder länger dauert bis er versteht was man will)

– Circa 124 Bücher über Hundeerziehung die allesamt im Regal vor sich hinstauben

– Mindestens 100 Stunden „Der Hundeflüsterer“ (nur um herauszufinden das Cesar Milan eben Sachen kann, die wir normalsterblichen nicht können. Dafür sind wir auch keine kleinen Mexikaner)

Eine weitere Aufzählung führt vor Augen was für sonstige Auswirkungen so ein Hund auf das direkte Leben hat. (Alles bezogen auf ein Jahr):

– Circa 1800 Km Gassi gehen (Egal bei was für einem Wetter)

– 150 Kilo Trockenfutter, das sind ungefähr 5 Labradore oder um die 19 Jack Russel Terrier (wenn sie recht kräftig sind) oder aber auch ein Mastiff, wenn er schlank ist.

– Mindestens 1.100 Kacktüten (In Form und Farbe variabel)

– 50 Dosen Nassfutter (400 g)  (Das entspricht 20 KG also ungefähr einem 9 monatigem Labrador)

– 25 Tüten Rinderpansen

– 350 Lamm-Reistaler

– 15 Ochsenziemer

– 6 Flaschen Lachsöl (Tut mir leid ihr Fische)

– 15 Küchenrollen (um das vom Labbi erbrochene wieder aufzuklauben)

– 5 Kauschuhe aus Schweinehaut

– 1 Tube Lachspaste (wieder erbrochen, siehe Küchenrollen)

– 5 Nervenkostüme von diversen Leuten aus der Nachbarschaft

-1 „Das ist Privatbesitz (so wird hier des Feldes verwiesen, könnte ja sein das der Hund auf nem Parkplatz echt was klaut)

– Mindestens 80 Besuche in der Hundeschule (Das sind 160 Stunden)

– Mindestens 160 x Gundels Schnauzengriff der Schwarzen Mamba

– 50 x „Dein Hund ist zu dick“ (Wenns reicht)

– 1000 x „Laß ihn kastrieren (Wenn nix mehr hilft, das geht immer)

– 30 Skalps von schnauzbärtigen Hundedamen (Was soll ich damit?)

– 10 Minuten Ausraster von deren Besitzer (und das ist knapp berechnet)

– 1 Weihnachtsbaum.. (Ja der Klassiker)

– 3 Paar Schuhe (das ging glimpflich ab)

– Diversestes elektronisches Zubehör (aber jetzt zerbeiss ich´s)

Das mag sich jetzt auch so anhören als ob kein Stein mehr auf dem anderen geblieben ist, und grundsätzlich ist das auch nicht verkehrt. Und doch.. Eine Sache hat überlebt, die Welpenbox.. Und glaubt bloß nicht das er es nicht versucht hat sie zu zerstören. Aber dieser Box soll ja mal Labrador Nummer 2  Platz finden. Und mir schwant jetzt schon übles wenn ich daran denke, was die wohl zu zweit alles zerlegen können.

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From → Hundesachen

2 Kommentare
  1. Genau so sieht das Leben mit einem Labbi aus. Beim Lesen habe ich ständig gedacht: kenn ich, habe ich auch erlebt, genau, genau. Danke fürs teilen.

  2. lumir permalink

    Jack hat 7,50 kg
    aloah Lumir

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