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Sommer Sonne Sonnenschein…

25. August 2011
Ein Test

Das ist ein Wetter, da jagt man ja keinen Hund vor die Tür. So sagt man im Volksmund häufig. Und interessanterweise, ist damit fast ausschließlich ein kalter regnerischer Tag, mit lustig böigem Wind gemeint. So ein Tag an dem einen die Wassersuppe von oben waagerecht entgegenkommt. Zusammen mit der Garteneinrichtung des Nachbarn, oder auch gerne mal das Dach seines Holzhäuschens das er mit viel Stolz Blut und Tränen im eigenen Garten erreichtet hat..“Es ist dein Projekt!“

Dieser Satz mit demWetter verleitet mich zu einem Realitätscheck. Ich erinnere mich daran, wie freudig mein Hund an solchen Regentagen vor die Tür springt. Frei nach dem Motto..toll überall Wasser, Pfützen, Wind und Abenteuer. Und ich schaue ihn mir bei den aktuellen Temperaturen an. Gefühlte 40 Grad im Schatten. Hund ist genau wie ich der Meinung.. bei dem Wetter..schickt man keinen Hund vor die Tür. Da verkriech ich mich lieber im Schatten! Nix mitPfützen, nix mit Wind, und geh mir bloß weg mit Abenteuern.. Und den Dummy kannst auch gleich wieder wegpacken Alter!

Was macht eigentlich den Sommer aus? Das frage ich mich jetzt mal ganz spontan. Ist die Quintessenz dieser Jahreszeit wirklich diese maximal 10 Tage an denen die Temperatur über dreißig Grad steigt? Die fühlen sich zwar an wie 55 Tage, aber in Wirklichkeit ist das doch eine relativ kurze Zeitspanne.

Was ist mit den Sommertagen an denen wir angenehme 21 Grad haben, ein leichter Wind weht und gelegentlich ein kurzer Schauer niedergeht. Das sind die Tage die ich bevorzuge. Sozusagen der späte Spätfrühling oder der frühe Frühherbst. Okay wenn man das so liest und ich noch Tee bevorzugen würde, und Golf spielen täte. Dann könnte man fast annehmen ich wäre ein Engländer. Bin ich aber nicht! Nicht das ich Engländer nicht mag, aber wenn ich einer wäre, müsste ich auch meist im Sommer beim Fußball ohne Außnahme gegen Deutschland verlieren, und so ziemlich jeden Elfmeter verdaddeln. Das wäre doppelt frustrierend, gepaart mit dieser sengenden Hitze! Herr Beckham würde wahrscheinlich sagen.. Das ist zum Kotzen! (Siehe WM 2006 England vs. Ecuador)

Wann wirds mal wieder richtig Sommer? Das hat einmal ein lustiger Holländer mit noch lustigerer 70er Jahre Frisur singend in die Weltgeschichte geworfen. Für diesen Song möchte ich den großen Entertainer noch Jahrzehnte im Nachhinein teeren und federn. Und all den Sonnenfanatikern zurufen.. Das wäre ihr Preis gewesen!  An Holland an sich, haben wir uns ja fussballerisch schon das ein oder andere Mal für diesen Song grausam gerächt.

Während die benannten Fanatiker hüpfen tanzen und danach mit Kreislaufkollaps zusammenbrechen, geht es mir persönlich bei solchen Temperaturen wie Graf Dracula, dem man eine Flutlichtanlage für sein Schloß angedreht hat. (Gratulation an den Verkäufer!) Ich finde kaum noch ein Plätzchen um mich zu verkriechen. Das bewundere ich einmal mehr die Eidechsen die unter jedem Stein noch eine Lücke finden.

Was ist Sommer eigentlich, oder vielmehr.. Was bedeutet Sommer. Ist eine Jahreszeit, ein Lebensgefühl, oder ein einfach nur eine Schieflage der Erdachse?

Hierzu einige kurze Gedanken meinerseits, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ich mach ja auch grundsätzlich nicht gerne viele Worte.

Sommer ist die Jahreszeit in der die Menschen einem instabilen Stern huldigen der unseren schönen Planeten über kurz oder lang in ein kosmisches Stück Holzkohle verwandeln wird. Das ist ungefähr so wie die Menschenopfer bei King Kong.. Nur mit etwas mehr Zeitverzögerung. Und die Grillkohle fürs Freudenfeuer liefern wir quasi gratis mit. Zusätzlich dazu wahrscheinlich auch gleich mehrere dutzend schreiende Blondinen in weißen Abendkleidern.

Sommer ist die Zeit, in denen ältere Herren aus meiner Nachbarschaft, sich bunte Kaftane überziehen und damit auf der Straße herumstolzieren als wäre das hier Hasbury (für die Konservativen unter uns: Haight-Ashbury )in den späten 60ern und nicht etwa ein erzkatholisches oberbayrisches Dorf.

Sommer ist das Gefühl, das Man(n) hat, wenn er mit dem Motorrad in voller schwarzer Lederkluft an einer Baustellenampel unter Sonnenvollbeschuß circa 5 Minuten verbringt. Aus „born to be wild“ wird hier ganz rasch „born to be a Folienkartoffel“ nur in Leder statt in Alu.

Sommer ist der Tatbestand der beschreibt wie Menschen sich ihrer sämtlichen Bekleidung entledigen um unter dem Einfluß des genannten Sterns dicht an dicht gedrängt in einer übervölkerten Badeanstalt zu liegen. Das hat was von Sardinen in Öl, gepaart mit dem Geruch von Abenteuer und Freiheit.. Hab ich schon „geh mir weg mit Abenteuer bei der Hitze“ gesagt?

Sommer.. Ja Sommer ist der Zeitraum in denen wenn Abends so langsam die Temperaturen zurückgehen, alle Stechmücken dieser Welt ein großes Happening veranstalten. Mit Vorliebe auf meinem Körper. Nein liebe Mücken ich bin nicht euer ganz privates freies Hasbury.. Geht doch zum Nachbarn, oder von mir aus nach Frisco!

Sommer ist der Zeitraum, in dem jedes noch so dusselige kleine Sangesstück zum Sommerhit hochgejubelt wird. Das hat auch seinen Grund, basierend auf verlangsamter Hirnfunktion sind wir Menschen zu dieser Zeit nicht fähig die überdurchschnittliche Banalität solcher Songs zu erkennen. Und diese Marktlücke wird gnadenlos ausgenutzt. Macht doch einmal die Probe und hört euch „Sommerlied XY keine Ahnung“ von „Wie hießen die noch gleich?“ mal bei schlechtem Wetter an. Da fällt mir ein ich müsste noch Ketchup besorgen, im Supermarkt im Süden, gleich hinterm Kornfeld.

Sommer, die Zeit des Sommerlochs. Da haben die freien Fernsehsender dieser Welt, die nicht unsere GEZ Gebühren für Rosamunde Pilcher Filme verschleudern die Zeit und die Möglichkeit alles zu produzieren was solch langsam arbeitenden Gehirnen das Gefühl gibt es noch begreifen zu können. Da werden unbeholfene junge Mädels zu Sommermädchen, denen geht es sicher wie den Hits, und Z selbsternannte Prominente zu Sennern/Sennerinen. (Zumindet die Blonden könnte man im weißen Abendkleid gleich mal King Kong schicken.) Jetzt fehlt bloß noch das einer auf die Idee kommt irgendwelche Leute wochenlang in einen Container zu sperren und das filmt.

Sommer ist der geistig verwirrte Zustand, in dem Menschen sich der Sonne aussetzten, nur um hinterher mit einem kühlen Getränk unter einen Schirm zu schlüpfen um dann hochgeistig von sich zu geben „Puh ist das heiß“ Das ganze auch gerne in mehreren Durchläufen.

Ganz ehrlich.. Mal so unter uns? Wer braucht all diese Dinge? Ich persönlich werd mich jetzt in den Keller zurückziehen und mir eine alte Holzkiste voll Eiswürfel packen. Mich hineinlegen und solidarisch zu Graf Dracula in seinem Sarg darauf warten das meine Zeit wieder kommt. Ihr könnt ja solange das Lied des lustigen Holländers summen oder was auch immer euch einfällt.

Herbst 2011.. Ich bin dabei!

P.S. Wer aufgrund der langsamen Hirnfunktion gemachte Schreibfehler entdeckt, kann sie gerne behalten.

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From → Alltags-Tücken

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