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Mahatma Guevara

21. September 2011

Ein Gespenst geht um in Europa… manchem von uns wird dieser Satz sicher noch in Erinnerung sein, aus dem Geschichtsunterricht, oder auch aus den abendlichen Sitzungen des kleinen Revolutionsrats in den eigenen Studentenbuden. Ein Gespenst geht um..auch heute. Allerdings hat das weder was mit Marx und Engels, und schon gar nix mit dem kommunistischen Manifest zu tun. Außer vielleicht mit dem Ruf nach Revolution. In unserem Fall geht das Gespenst von „Mahatma Guevara“ um. Was das sein soll? Nun ich erläutere es gerne. „Mahatma Guevara“ ist die Parole die in letzter Zeit häufiger auf allen Hundewiesen, in allen Parkanlagen, in jeder Hundeschule leise geflüstert wird. Von Hund zu Hund..quasi im Vorbeigehen. Der Wind trägt es weiter, wie den tollen Geruch eines leicht angegammelten Rindersteaks. Es bedeutet.. Macht euch bereit, für Widerstand. Zeigt euren Herren, das die Zeit für Revolution gekommen ist. Zeigt ihnen, das ihr die Hundenasen gestrichen voll habt von Sitz, Platz und auch von Aus… ! Ein Gespenst geht um in Europa…. Das Gespenst des Hundeprotestes. Die Parole Mahatma Guevara steht in diesem Fall für die Kombination aus aktivem und passivem Protest. Je nach Möglichkeit, Größe oder Ausdauer des Hundes.

Nun okay, das ist grundsätzlich ja nix neues, denn unsere Hunde neigen tendenziell dazu ihren Unmut über verschiedene Umstände mitzuteilen. Da war immer so, und wird vermutlich immer so sein. Bei meinem hab ich das in letzter Zeit des häufigeren betrachten dürfen, und ich frage mich allen Ernstes, wann er anfängt ein Barett mit einem roten Stern zu tragen.

Der mehr oder weniger organisierte Widerstand tritt in verschiedenen Formen auf. Wie bereits erwähnt, aktiv und passiv. Gleich vorne weg, ein Hungerstreik ist für einen Labrador kein probates Mittel seinen Unmut kund zu tun. Das würde er aufgrund seiner rassetypischen Veranlagung nicht lange durchhalten. Maximal 5 Minuten! Und auch da würde er schon nach spätestens 3 Minuten anfangen nachzudenken ob es nicht doch vernünftiger wäre jetzt ein kleines Mahl zu sich zu nehmen, um fit für die Revolution zu sein, anstatt hier vor dem vollen Napf zu sitzen. Tut ihr Labrador das trotzdem, dann ab zum Tierarzt. Denn entweder er ist todtkrank, oder man hat Ihnen ohne Ihr Wissen einen Mischling verkauft. Hier müsste dann sofort ein Gentest angeordnet werden. Aber zurück zum Thema. Streik und Protest, Verweigerung und „Ich hab keinen Bock“ kommt in vielerlei Varianten daher. Beim Protest können wir mal grob einige Einteilungen vornehmen.

Da wäre zum ersten: Das Protestpinkeln.

Protestpinkeln ist eine der aktiven Arten der Marke Guevara. Das Protestpinkeln ist etwas, das ich persönlich an meinem Hund nur zwei mal in seiner frühen Welpenzeit bestaunen durfte. Aber aus Erzählungen und Erfahrungsberichten weiß ich das es etwas ist, das häufig vorkommt. Da wird plötzlich markiert das die Fetzen fliegen, hier und dort.. Und da hinten auch noch, werden höchst unerfreuliche Duftmarken gesetzt, sei es ganz simpel.. mitten ins Wohnzimmer, oder eher subtiler in die Lieblingsschuhe von Herrchen oder Frauchen. Wenn sie es könnten würden sie ihre Parole in hohem Bogen aufs Parkett oder ins Treppenhaus pinkeln. Gerüchten zufolge soll das auch schon passiert sein, ich kann es nur leider nicht gewiss bestätigen. Aktiv versucht der Hund hier mitzuteilen, das was gerade passiert, oder auch nicht passiert paßt mir so gar nicht in meine Tages, Jahres, Lebensplanung. Bitte Herrchen, umgehend korrigieren. Leider vergessen die vierbeinigen Freunde hier des häufigeren, beim einreichen dieser Protestnote die genaue Begründung für das stattfindende Happening anzugeben. Es wird vorausgesetzt das Mensch hellsehen kann.

Zum zweiten wäre hier zu nennen, das Proteststarren.

Diese passive Widerstandsform wird gerne von Labradoren praktiziert. Mit Vorliebe von denen die reichlich Sturrheit aus dem Genpool ihrer Eltern mitgenommen haben. Genau, solche wie der den ich mein eigen nennen darf. Anstarren kann hier gerne mal mehrere Stunden dauern, das ganze meist gepaart mit Proteststehen (da komm ich noch zu).

Dieses Starren gibt es grundsätzlich in drei Varianten:

Erste Variante: Ich mach nicht was du willst, aber schau mal wie lieb ich guck… das ist die Variante Monaco Franze..

Zweite Variante: Ich schau dich an aber tu so als würde ich nicht kapieren was du willst.. Das ist die Variante ..Dame vom Finanzamt

Dritte Variante: Ich hör dich zwar, aber ich schau woanders hin.. Genau..Die Variante heißt „Verkäuferin im Bekleidungsfachgeschäft“

Ja, wem das sehr bekannt vorkommt hat definitiv einen Hund welcher der Mahatma Guevara Bewegung folgt. Herzlichen Glückwunsch!

Zum dritten wäre zu nennen: Das Proteststehen.

Proteststehen ist ebenfalls eine passive Form des Widerstands, gerne wie oben schon erwähnt in Verbindung mit Proteststarren ausgeführt. Die hohe Kunst des Proteststehens beinhaltet unter anderem die Fähigkeit des Hundes, an Ort und Stelle wie eine Salzsäule zu verharren und sich nicht, aber auch gar nicht mehr zu rühren. Die typische Körperhaltung dieser doch speziellen Art des Stehens ist unverwechselbar. Alle Pfoten sehr symmetrisch auf dem Boden in einer tiefen fast verwurzelten Standhaftigkeit. Den Hals lang gemacht und den Kopf bockig nach vorn geneigt. Dabei ist es egal, ob sitzen oder liegen in dem Fall vielleicht gemütlicher wären. Hier wird eindeutig zur Schau getragen, ich will hier nicht lang, oder ich will hier nicht sitzen, oder aber auch.. Hey Mensch… her mit dem Futter! In Perfektion betrieben kann es manchmal vorkommen, das der Hund so aussieht als hätte er einen langen sehr langen Augenkontakt mit Medusa gehabt. Was praktischer wäre, denn dann könnte man ihn sich wenigstens als zierende Statue in den Garten stellen. Leider kommt diese Form des Protestes häufig auf Wegen und Straßen aller Art vor. Gerne in Verbindung mit einer Leine, und ein ungeschriebenes Gesetz sagt… in dem Moment in dem der Hund das Proteststehen praktiziert gehen mindestens 5 Leute vorbei und beobachten dich dabei wie du unter Einsatz all deiner Kräfte versuchst ihn zum Weitergehen zu bewegen. Neben dem Einsatz von Zugkraft, wäre die einzige Variante zur Deeskalation der Einsatz eines Wasserwerfers. Da diese aufgrund ihrer Größe aber relativ unpraktisch sind, hat man sowas leider nicht täglich zur Hand.

Als letzten Punkt wollen wir uns hier dem Klassiker widmen, dem Protestbellen.

Wer kennt es nicht, der Wauzi erhebt seine Stimme um aktiv mitzuteilen, was ihm nicht paßt. Bei großen Hunden kommt das weniger häufig vor, als etwa bei kleinen. Große Hunde tendieren mehr zum Einsatz ihres Körpers..siehe Proteststehen. Die kleineren aber, erheben recht häufig ihre Organe um auf sich aufmerksam zu machen. Das ist, wenn man die kleinen possierlichen Tierchen anschaut, auch eigentlich ganz logisch. Proteststehen würde nicht viel bringen. Man nimmt sie einfach hoch und trägt sie davon.. Wie bei der Menschenkette vor einem Castor Transporter. Proteststarren würde mit „ach schau mal wie niedlich“ abgetan. So bleiben den armen Tieren nur die Varianten Protestpinkeln, und eben Protestbellen. Dabei dürfen wir sie nicht unterschätzen… denn im Protestbellen sind sie wahre Meister. In Perfektion nennen wir das dann auch mal gerne Protestkläffen.   Laut und weithin vernehmbar wird da alles rausgebellt was das Hundeherz begehrt: „Völker hört die Signale“ oder „nehmt mir endlich diesen rosa Hundemantel ab“

In diesem Sinne „Hasta la victoria siempre!“ Was frei übersetzt glaub ich soviel heißt wie… Her mit dem Futtersack!

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From → Hundesachen

One Comment
  1. Mein Mahatma Guevara pflegt zudem sehr gerne das Protestliegen, das auch in Verbindung mit Proteststarren, insbesondere morgens um 6.00, auftritt :-).

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