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Homo sapiens canis lupus familiaris….

20. Oktober 2011

… oder auch der Hundemensch (Teil 1)

Seit Jahrtausenden begleiten Hunde uns Menschen, und passen sich an unser Leben an. Da sollte man glauben, in der Zeit hätte sich das soweit reguliert das es keinerlei Probleme mehr gibt. Weit gefehlt. Der Alltag bringt es zu Tage, und da will ich mich nicht zurückhalten einmal Resume zu ziehen über Hundemenschen und eben solche, die es nicht sind. Zuerst stellt sich da natürlich die Frage, was genau sind Hundemenschen. Nun, zu dieser Kategorie zähle ich all jene Hundephilen (kann man das so sagen..?)  die mindestens einem Vierbeiner der biologischen Kategorie „Canis lupus familiaris egal in welcher Form ein warmes freundliches schwer zerstörbares und leicht abwaschbares Zuhause bieten, oder sich für Säugetiere dieser Art in irgendeiner Form begeistern können. Die letzte Gruppe ist von der ersten leicht zu unterscheiden, das sind die sogenannten Canidae-Jubler..nicht zu verwechseln mit den Jubelpersern. Als zweite große Kategorie gibt es die Gruppe von Menschen die mit Hunden so gar nix anfangen können. Die Hundephobiker. Hier in den Abstufungen: „ist mir egal der Köter“ „Kack mir nicht auf den Rasen Köter“ und „Wenn ich dich erwische lege ich dich um Köter“. Die Welt teilt sich also am Hund in zwei Lager, (Ich will hier nicht schon wieder Moses anführen) das ist ein Fakt dem wir als Hundehalter uns fast täglich zu stellen haben. Unterschiedliche Meinungen zu unseren geliebten Vierbeinern gibt es da allerdings nicht nur zwischen den Hundephilen und den Hundephobikern, nein sondern auch gerne innerhalb der beiden Grundgruppierungen und das bietet immer wieder Stoff für Diskussionen und „Gott sei dank“ auch für Blogs.

Ein klassisches Beispiel für einen Konflikt in der eigenen Fraktion ist z.B. das Aufeinandertreffen eines Hundehalters und eines Canidae-Jublers, der wie so oft beim Anblick von Wautzi beginnt sein Gespür für zwischenmenschlichen Umgang und die Beherrschung seines Bewegungsapparates zu verlieren. Obwohl der Hundehalter freundlich darum bittet man möge den Hund doch ignorieren oder ihm sich vorsichtig nähern (wenns dann schon sein muss), wird hier vom Jubler herzhaft zugegriffen, gestreichelt und mit freundlichen piepsigen  Worten der Hund angestachelt bis er kurz vorm abheben ist.. Lieblingssatz solcher Leute „Jahhaaaa duuuhhhh bist aber ein braver“. Es ist schwer solchen Menschen begreiflich zu machen, das wenn Hundi von ihnen so geherzt wird, er mit Sicherheit beim nächsten Hundephobiker die gleiche Zuneigung erwartet. Und mal ehrlich Wautzi wird nicht gerade erfreut schauen wenn ihm ein bärbeissiger Hundehasser darauf hin in den behaarten Hintern tritt. Solche Situationen einem Canidae-Jubler klar zu machen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Hier wird dann einfach mit saftigem Halbwissen entgegengesetzt: „Ach sowas kommt doch nicht vor, der Kerli merkt doch wer ihn mag oder nicht. Außerdem schau ich jeden Samstag den Hundeprofi auf VOX.. Ich kenne mich aus!“  In solch einem Augenblick möchte ich dieser Art von Leute gerne meine gesammelte Hundebücherbibliothek an den Kopf werfen, und wenn sie fragen warum das denn, gleich noch einen Band von besagtem Hundeprofi hinterher. Ganz ehrlich, da ist mir ein kerniger Hundehasser lieber der an mir vorbeigeht und was von „Flohzirkus“ in seinen Bart nuschelt. Da weiß ich dann wenigstens woran ich bin, die Fronten sind geklärt, und ich muss meinen Hund nicht vor ach so lieb gemeinten Übergrifflichkeiten beschützen… „oohh der ist aber süß…“. Wenn ich das schon höre möchte ich am liebsten sofort umdrehen und mit meinem Hund beim Gassigehen in einen fluchtartigen Galopp verfallen. Hilfreich wären hier Schilder am Strassenrand auf denen steht..“Vorsicht übergriffliche Hundestreichler auf den nächsten 2 km“. Leider passiert sowas auch gerne mal mitten auf Feld, in Wald und auf Wiese. Mit Sicherheit dann wenn Herr Retriever gerade seinen Dummy am holen ist. Und dann fragen sich solche Leute echt im Ernst warum Labradorbesitzer auf sie zukommt und schnaubt wie ein wild gewordener Rottweiler. „Jetzt hatte ich ihn schonmal soweit das er den Dummy holt und dann lenkst du Elch ihn ab“ knurrt Hundeführer dann auch gerne mal. Quittiert wird das dann meist mit einem unverständigen Kopfschütteln des Canidae-Jublers.

Aber auch Begegnungen mit Hundephobikern können eine unangenehme Stimmungslage bei Hund und Herrchen/Frauchen hinterlassen. So passiert vor einiger Zeit. Wir begegneten einem Hunde-nicht-Möger der Kategorie „Kack mir nicht auf den Rasen Köter“. Bei unserer abendlichen Streif durch die Gemeinde kamen wir an einem Haus vorbei das an ein großes unbebautes Grundstück grenzt. Mein Hund tat das was er für nötig hielt, auf die weiträumige Wiese rennen und dort sein Geschäft verrichten. Als verantwortungsvoller Hundehalter ging ich ihm hinterher und zückte meine leuchtend rote Kacktüte um auch alles aufzusammeln was Hund so hinterlassen hatte. Während ich das tat kam aus dem Haus ein Mann auf mich zu und es begab sich folgender Wortwechsel (Ich kürze Hundephobiker hier einfach mit HP ab):

HP: Sie da, ich weiß sie sammeln das auf, aber muss der Hund hier hin machen? Können sie dafür nicht in den Wald gehen (Anmerkung, der Waldrand ist circa einen Kilometer entfernt) 

Ich: Entschuldigung, ist das ihr Grundstück? 

HP: Nein, darauf kommts aber nicht an, andere Leute lassen das liegen und ich trete dauernd beim Einsteigen in mein Auto in Hundehaufen. (Anmerkung, sein Auto stand gut 200 Meter weg vom Ort des Geschehens, sein Heim übrigens auch) 

Ich: Okay, ich achte zukünftig drauf das er es nicht mehr hier macht ( Anmerkung, normal bin ich ja nicht auf den Mund gefallen, aber hier fehlten mir irgendwie die Worte) 

HP: Ich will nicht das hier eine Hundewiese entsteht.. Ihr könnt (wie schonmal gesagt) auch in den Wald gehen. Hier laufen eh zuviele Köter rum.

Ich: ähm (Ähm = vergeblicher Versuch zu erklären das mein Hund auf dem Weg zum Wald vielleicht doch schon vorher mal muss, und Köter darf nur ich zu ihm sagen) 

Der Mann ging weg und ich blieb wortlos zurück. Ich hatte schon von solchen Menschen gehört, aber bis dato noch keinen getroffen. Ich meine, ich seh ja ein, das wenn so ein Tier ihm direkt vor die Haus- oder Autotür macht, und es dann liegen bleibt dies sicher ein Ärgernis ist. Aber einen Hundehalter anzuschnauzen der erstens mindestens 200 m weg von besagten Türen steht, und noch dazu das Corpus Delicti aufsammelt halte ich für Willkür. Leider habe ich besagten Herren seit diesem Vorfall nicht mehr gesehen, beim nächsten mal werde ich mich sicherlich nicht so abfertigen lassen. Und ausserdem füge ich eine neue Kategorie zu den Hundephobikern hinzu, die „kack bloß nicht auf irgendeine Wiese“ Kategorie.

Folgende Sätze habe ich mir fürs nächste Zusammentreffen schon überlegt, je nach Tagesstimmung werde ich wohl einen davon benutzen:

1. Ich trainiere ihm gerade an aufs Klo zu gehen, aber das dauert.

2. Wenn du nicht ruhig bist klickere ich ihm das Kacken vor deine Autotür und vergeße das Tütchen zuhause.

3. Warum erfinden sie keinen Hundekotalarmmelder?

4. Geh weg du Sack! 

5. Mögen sie eigentlich auch keine Katzen? 

6. Der Förster hat gesagt, nicht in den Wald machen. 

7. Darf ich vorstellen.. Mein Baseballschläger. 

8. Wenn du nicht ruhig bist, leg ich mir ne Kuh zu die ich auch hier lang führe. Jeden Tag!

9. Fass!

10. Friss dich satt an seinem Fleisch, Tari!

11. Wir machen jetzt hier hin, und wie gehts dir dabei? 

12. Mein Hund ist inkontinent.

Ich freue mich schon auf das Gespräch mit besagtem Herren, wenn er mir wieder gegenübertritt. Das Ergebnis werde ich dann berichten.

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From → Hundesachen

2 Kommentare
  1. Diva permalink

    Vielen Dank für diese tollen Anregunbgen für ein Gespräch mit HP’S ! 🙂
    Ich hab grad ein Lachkrampf!

    Der !. Satz ist der beste! Den muß ich mir merken! 🙂
    L.G. Anja

  2. Kann jetzt gar nicht viel schreiben, denn ich lerne gerade die Sätze auswendig :-). Danke für den tollen Lesespaß am Morgen. LG

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