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Werter Oktober 2011,

1. November 2011

du hast es also erstaunlicherweise auch geschafft, so wie all die anderen Monate dieses Jahres vor dir. Gratuliere. Du bist Teil der Menschheitsgeschichte geworden. Aber was hast du uns gebracht? Als mein Lieblingsmonat bist du zwar leider nicht in die Top 5 meiner persönlichen Oktoberhitparade aufgestiegen, aber ein schlechter Vertreter deiner Art warst du mitnichten. Interessant ist auch der Umstand das Jäger dich mitunter Dachsmond nennen. Weshalb, keine Ahnung. Aber an den Jägersleuten gibt es ja viel was ich persönlich nicht verstehe. Ich bleibe also bei „Oktober“. Nun fangen wir doch mal mit dem 3. Oktober an, wie jedes Jahr brachtest du uns gleich zu Beginn den Tag der deutschen Einheit. Ein Feiertag der uns in dieser Form seit knapp zwanzig Jahren daran erinnert das wir wieder ein Staat geworden sind. Der Tag gemahnt uns an den Umstand das die Ossis echtes Geld bekamen, und wir Wessis es ihnen für Marlboro, Golf GTI und Bananen wieder aus der Tasche gezogen haben. Diese Form des Raubrittertums gibt es zwar heute nicht mehr, aber der Deutschlandinterne Ost-West-Konflikt ist sicher noch lange nicht komplett beigelegt. Ich persönlich kann nur sagen, das die damalige Öffnung der Mauer doch im Nachhinein ein einschneidendes Erlebnis war. Denn mit dem aufgekommenen „Wind of Change“ hat es meinen ehemaligen WG Mitbewohner und besten Freund in den Westen geweht, und wir leben seit nun mehr Mitte der 90er Jahre unseren persönlichen kleinen kalten Krieg aus. Immer mit einem Augenzwinkern und meist mit gegenseitiger „Toleranz“. Tommy, ich werde trotzdem nie verstehen wie um alles in der Welt, man die neuen Star Wars Filme besser finden kann als die alten. Auch wenn einem die kindliche Referenzerfahrung dazu fehlt.

Eine gute Nachricht gleich vorne weg, der kleine Hund Comino von dem ich hier ja berichtet habe hat mittlerweile in München ein neues Zuhause gefunden. Und weiter mit den guten Dingen, ich vernahm irgendwo das der Kinderschutzbund versucht die Sendung „Die Supernanny“ zu stoppen. Das halte ich für unterstützenswert und ich hoffe das die Dame recht bald selber auf die stille Treppe muss. Meiner Meinung nach kann sie gleich alle Moderatoren und Sendeformate dieser Art mitnehmen, schaden würde es unserer Gesellschaft sicher nicht, und mit dem Wegfall von stiller Schweinebauer sucht gleichgesinnte Frau wird vielleicht wieder Sendezeit für gehobenere Abendunterhaltung freigemacht.

Für einen Applefan wie mich war der Oktober natürlich ein schwerer Monat. Steve Jobs ist von uns gegangen. Ich spar mir hier aber all die Lobeshymnen auf den großen Visionär, das tun andere die mehr dazu berufen sind. Ich sag einfach nur Danke, für all Ihre tollen Ideen Mr Jobs.

In den letzten Monaten ist es ja so, das anscheinend jeder der meint was erlebt zu haben seine Biografie auf den Büchermarkt wirft, oder auch werfen läßt. Waren es in den Vormonaten z.B. Herr Lahm, oder Herr Rösler, so wurde diesen Monat doch eher der Vogel abgeschossen. Daniela Katzenberger stürmte in den Taschenbuchcharts auf Platz 5 mit ihren umwerfenden Lebenserinnerungen „Sei schlau, stell dich dumm“ Gefüllt mit hochliterarischen Kapiteln wie etwa: „Die Zehn Gebote der Katze“, „Das Katz-O-Meter“ und nicht zu vergessen, „Die Katzenpfleger“.  Hello Kitty fällt mir da nur ein, und selbst die altehrwürdige Frankfurter Buchmesse wurde von ihr nebenbei gleich auch noch aufgehübscht. Da hatte das Gastland Island sicher geringe Chancen zu glänzen.

Nein wir befinden uns nicht im Jahre 2056 und die Dame blickt auch mitnichten auf ein langes erfolgreiches Geschäftsleben zurück. Wir sind immer noch im Jahr 2011 und die Frau ist ganze 25. Ich will ja gar nicht behaupten das es keine  25 Jährigen gibt die in ihrem Leben bereits mehr erlebt haben als der Durchschnittsmensch in 80 Jahren. Aber mal ehrlich…. Interessant fände ich dagegen einfach mal herauszufinden wie hoch die Halbwertzeit der chemischen Verbindung UFOB ist? (UFOB=Unterschichten-Fernsehen-Wasserstoff-Blondine) Da wird´s mit 25 wahrscheinlich höchste Zeit.

Apropos Fernsehen, in einer Verfilmung des Lebens von Beate Uhse wurde besagte Geschäftsfrau von Franka Potente verkörpert. Na zumindest vom Namen her, war das eine gelungene Entscheidung. Weiter in den Massenmedien, diesen Monat gabs hier in in Bayern auf „Antenne Bayern“ ein schickes Gewinnspiel, in dem Hörer Rechnungen einreichen konnten. Wenn diese gezogen wurden erstattete der Sender den Betrag. An sich eine spannende Sache. Wäre da nur nicht der Umstand eingetreten das eines Morgens die Rechnung eines „Herrenclubs“ für einen Ausflug im Bumsbomber nach Thailand gezogen wurde. Das brachte den Sender und den Moderator regelrecht in Schwierigkeiten. Bezahlen oder nicht? Strafe wegen Nichteinhalten der Gewinnspielregeln oder wegen Kuppelei? Mal ehrlich wer kommt auf die Idee sich sowas öffentlich im Radio zurückzahlen zu lassen? So dreist war ja nicht einmal die Hamburg-Mannheimer. Den Betrag hätte man als Radiosender einfach an eine Hilfsorganisation für Thailand spenden sollen. Die können das momentan sicher ganz gut brauchen.

Die Zahlen des Monats sind übrigens für mich ganz persönlich 10, 1147, und 55,5 Milliarden. 10, weil die Deutsche Nationalmannschaft in der Quali für die EM in 10 Spielen 10 Siege eingefahren hat. Respekt, die Herren. 1147 Minuten lang kassierte Manuel Neuer kein Pflichtspieltor. Nach dem letzte Saison die Abwehr des FC Bayern offener war als ein altes lungenkrankes Scheunentor ist das eine tolle Leistung. Und 55,5 Milliarden.. Na das hat ja bekanntlich was mit einem kleinen Rechenfehler in der Bilanz der FMS zu tun. Zum ersten mal kam mir der Begriff „Bad Bank“ so richtig ins Bewusstsein. Haben die da nicht nur die faulen Wertpapiere, sondern auch die nicht ganz so hirnreichen Bänker geparkt? Ist das jetzt wie im Märchen von Aschenputtel, die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Gröpfchen, oder halt zur Bad Bank. Ich hoffe nur da verschluckt sich keiner dran. Ausgehend von den USA begannen diesen Monat Menschen die Börsenviertel zu besetzen und gegen die Praktiken der Finanzwelt zu protestieren. Ich harre mal der Dinge die da noch kommen, und werte das für mich persönlich erst mal gar nicht.

Weitestgehend unbeachtet von der Weltpresse starte in China die Korfball WM. Korfball ist ein Spiel in dem gemischte Teams aus Männern und Frauen in Eintracht zusammenspielen und am Ende meist die Holländer gewinnen. Die haben´s auch erfunden. Wohl aus Frust darüber das sie im Fußball ja meist nur den zweiten Platz einheimsen. Aufgrund dessen ist auch gut, das Korfball eher eine Randsportart bleibt. Nicht wie etwa Wohnwagenziehen, Tulpenzüchten und Dauerkiffen. So genug jetzt der platten Sprüche über ein flaches Land.

Hundetechnisch stand der Oktober ganz unter dem Zeichen der Futterfindungsphase. Wie ja bereits berichtet wurde unser Labbi von Trocken- auf Rohfütterung umgestellt. Aktueller Stand ist, es schmeckt ihm und seine allergischen Reaktionen gingen schlagartig zurück. Fortsetzung folgt, ich persönlich bin gespannt wie sich das entwickelt. Ansonsten durfte ich Zeuge sein, wie 6 Hunde aus unserer Hundeschule die Begleithundeprüfung absolvierten. Erschreckenderweise haben sie alle bestanden. Das erhöht natürlich den sanften Druck, auf uns alle die nachfolgen werden, wollen oder sollen. Gratulation an die Damen und Herren, Menschen und Hunde, groß oder klein!

Noch zu erwähnen in Sachen Hund, ich durfte diesen Monat lesen das 3 Ridgeback-Boxermischlinge in Brandenburg ein Kind und dessen Vater angegriffen und verletzt haben. Die 74 jährige Besitzerin hatte die Hunde aus einem Tierheim und anscheinend nicht so ganz unter Kontrolle. Ja da kommt der Begriff Hundeführerschein wieder hoch, und eigentlich müsste die Schlagzeile lauten“ Oma attackiert Kind mit Hilfe ihrer Hunde“. Und wenn ich lese „aus dem Tierheim“ da frage ich mich allen ernstes, bei all den Informationen die man solchen Institutionen zur Verfügung stellen muss bevor man in die engere Auswahl für einen Hund kommt… wie kann das sein das eine ältere Dame gleich 3 solcher Hunde mitnehmendarf. Davon abgesehen, gehört mein Mitgefühl natürlich den angegriffenen Menschen.

Die letzten Monate habe ich darüber geschrieben was wohl passieren wird wenn man den Herrn Ghadaffi endlich zu fassen bekommt. Im Oktober war´s dann soweit. Nicht das ich grundsätzlich Mitleid mit diesem Menschen hätte, aber die Art und Weise der Zurschaustellung des getöteten Diktators bringt mich dazu nicht einen dummen Spruch darüber zu machen. Das Kapitel schließe ich hiermit.

Jetzt steht uns der November ins Haus, ein Monat der immer so ein wenig das Stiefkind zwischen goldenem Oktober und dem Weihnachtsmonat ist. Meist ein wenig grau und unscheinbar. Ich bin gespannt wie sich der November 2011 so schlagen wird…

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2 Kommentare
  1. Diva permalink

    Eine sehr schöne Oktoberrückschau.
    L.G. Diva

  2. Habe Deinen Oktoberbericht „verschlungen“ und mich an der „Zusammenfassung“ erfreut. Stimmt, das war der Oktober. LG

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