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Die Fokusverschiebung

23. Dezember 2011

Seit August 2010 hat sich mein tägliches Leben gewaltig verändert. Ich hatte mir eigentlich geschworen, wenn der Hund in Haus kommt, bleibt soweit alles beim alten. Wie ihr merkt.. Ich war sehr sehr naiv! In meiner Vorstellung war es so, das neben Gassi gehen, Hundeplatz und co. eigentlich meine restliche Zeitplanung gleich bleibt!

Denkste… kann ich mit über einem Jahr Abstand getrost sagen. Das Leben an sich, und mit Hund hat eine andere Qualität bekommen. Dinge die ich früher für wichtig erachtet habe, sind mittlerweile Nebensache. Und andere Dinge, die ich mir in meinen wildesten Träumen nicht vorstellen konnte sind jetzt Realität.

Ihr glaubt ich übertreibe (mal wieder)? Ihr wollt Beweise? Bitte sehr:

1. Labradore verlieren Haare wie ein Jungmarine beim Eintritt ins Corps.

Bei unseren Katzen hat mich das wahnsinnig gemacht, das die überall rumflogen, beim Hund ist mir das gelinde gesagt egal!

2. Dreckige Klamotten werden öfter nochmal angezogen.

Ich hab auch kein Problem extra zum Gassigehen und für den Hundeplatz eine Woche lang eine Hose zu „reservieren“ und Sonntags damit zum Bäcker zu laufen.

3. Restaurants besuche ich nur noch wenn Hunde erlaubt sind.

Früher hätte ich diese nach Kritiken in verschiedenen Medien ausgewählt.

4. Samstag morgens quäle ich mich aus dem Bett, um den Hundeplatz aufzusuchen (ja in der schmutzigen Gassihose)

Wo sind nur die Wochenenden hin an denen man Samstag morgens seine Feierlaune vom Abend davor ausgeschlafen hat?

5. Der Fressnapf hat den Mediamarkt als Primärshoppingziel ersetzt.

Hey, wenn die beim MM auch anfangen Leinen und Hundeleckerlies zu verkaufen dann komm ich wieder..ehrlich, ich bin doch nicht blöd!

6. Autos werden nicht mehr nach PS und Hubraum bewertet.

Sondern nach dem Platz für Hunde im Kofferraum.. Und ob sie ein Fangnetz haben.

7. Wenns schneit und/oder regnet setz ich eine Mütze auf.

Mir ist es mittlerweile absolut egal ob die Frisur flöten geht.

8. Ich überlege ob ich an meiner alten Triumph einen Beiwagen anbringe.

Nein nicht für meine Frau..für den Hund!

9. Der Kontakt zu Leuten die keine Hunde haben oder mögen wird weniger.

Was soll ich denen auch erzählen, außerdem verstehen sie die Sprache der Hundemenschen sowieso nicht.

10. Es werden nur noch Leute nach Hause eingeladen, die kein Problem damit haben das unser Hund sie vor Freude anspringt.

Wer genau kann eigentlich einem sabbernden springenden Labbi widerstehen?

11. Im Haus wurden hundefreundliche Baumaßnahmen vorgenommen.

Glaubt mir, ich mach das Babygitter zum ersten Stock auch immer zu.

12. Klamotten werden nicht mehr nach Coolness-Faktor ausgesucht.

Sondern nur noch danach ob sie strapazierfähig sind und/oder ein gar lustiges Labbimotiv drauf ist.

13. Die Fernsehprogramme meiner Wahl haben sich geändert.

Waren es früher Sportschau, Dokumentationen oder Sitcoms, sind es heute Hund Katze Maus, der Hundeprofi und ..der Hundeflüsterer, jawohl.

14. Ein gemütlicher Sonntag hieß früher, im Bett oder auf der Couch rumlungern, Pizza, Kaffee und ein guter Film.

Heute ist ein gemütlicher Sonntag mit Labbi irgendwo gechillt apportieren gehen.

15. Gummistiefel sind plötzlich ein hoch angesehenes Kleidungsstück.

Waren sie früher auch, schon aber nur in schwarz und nicht in grün, und vor allem ausschließlich an Frauenbeinen!

16. War ich früher höchstens in einem Mac Forum aktiv, schaue ich heute mehrmals wöchentlich in einem Labbi-Forum vorbei.

Und bestaune die regen Diskussionen über unsere Hunderasse, das ist übrigens gar nicht so weit weg vom Apple-User.

17. Früher kannte ich von Leuten mit denen ich mich auf der Straße gesprochen hab zumindest den Vornamen.

Heute sind sie nur unter dem Namen Herrchen oder Frauchen von Hund XY bekannt.

18. Über den menschlichen Verdauungsapparat weiß ich eigentlich relativ wenig.

Aber ich habe so ziemlich jedes Foto von Hundehaufen im Netz begutachtet um heraus zu finden ob unser Labbi erkrankt ist (Wißt ihr wieviel abartige Hundehaufenbilder es im Netz gibt..das ist KRANK)

19. Falls ich früher überhaupt mal wußte was in unserer Umgebung so alles angesiedelt ist, dann waren das Pizzadienst, Bank und Tankstelle.

Heute weiß ich genau wo welcher Metzger frischen Pansen anbietet, und wie weit die relative Entfernung zum nächsten Tierarzt ist.

20. Obidience hätte ich früher für eine sehr britische Freizeitbeschäftigung für Gentlemen gehalten.

Heute weiß ich das es auch für den Hund sehr öde ist.

21. Wenn mein Hund „Pieps“ macht bring ich ihn zum Tierarzt

Wenn ich selber 41 Fieber hab werf ich ne Aspirin ein… wird schon werden.

22. Früher hab ich meine Kamera bei Reisen Ausflügen usw benutzt.

Heut ist sie ständig dabei und ich nerve alle Leute mit den 10.000 Fotos vom Hund. Vielleicht mach ich ja mal einen Diaabend.

23. In meinen Hosentaschen befinden sich ständig irgendwelche Leckerlis. Ja auch nach dem Waschen..

Früher waren da eigentlich nur Feuerzeuge drin… auch nach dem Waschen.

24. Vor dem Schicksalstag der Hundeanschaffung hatte ich genau eine Zecke in meinem Leben gesehen.

Mittlerweile bin ich ein Profi im Einsatz der Zeckenzange, und bestaune die unterschiedlichen Färbungen der Viecher.

25. Heute schreibe ich einen sehr nachdenklichen, fundiert recherchierten, und höchst ernsten Blog über das Leben mit einem Labbi.

Ja das hilft mir, um nicht komplett verrückt zu werden! ..oder?

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From → Hundesachen

3 Kommentare
  1. Da ich kein Motorrad fahre (leider) und auch keinen ausschließlichen Labbiblog schreibe, kann ich Punkt 8 und 25 für mich nicht beanspruchen. Alles andere gilt uneingeschränkt auch in meinem Labbi Leben.
    Dir, Deiner Familie und dem Labbi wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und schöne ruhige Tage. Liebe Grüße

  2. Kein Labbi, aber trotzdem nicht viel anders!

  3. Vielen Dank, euch auch ein schönes und frohes Fest:-)

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