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Oh du fröhliche ..Welpenzeit.

9. Januar 2012

Okay Weihnachten ist vorbei, und wer jetzt meint wir haben uns aktuell einen zweiten Hund angeschafft, den muss ich enttäuschen… noch nicht! Nein es ist vielmehr so das sich dieses Ereignis des „Hurra der Welpe kommt“ gerade in unserem Freundeskreis zugetragen hat, oder eher gesagt zuträgt. Und das erinnert mich doch stark an diese Zeit, vor knapp eineinhalb Jahren die mir eigentlich nur noch recht verschwommen im Gedächtnis ist. Verschwommen aufgrund von emotionaler Achterbahn und vor allem wegen permanentem Schlafentzug. Was heutzutage von jedem guten Geheimdienst als Folterinstrument eingesetzt wird, das tut man sich bei der Anschaffung eines Welpen freiwillig an. Ich persönlich glaubte mich perfekt vorbereitet zu haben, die Grundausstattung war gekauft, die Bücher gelesen und die Fernsehsendungen des Herrn Rütter aufmerksam verfolgt. Der Plan war gemacht und musste nur noch in die Tat umgesetzt werden. Aber als es dann soweit war, zählt das alles nicht mehr. Es ist die Stunde 0, quasi die Währungsreform deines Alltags. Denn alles was du gelesen hast, was du glaubst schon zu wissen löst sich in Luft auf. Der Welpe, vor allem der Labrador Welpe entspricht nicht mal im Ansatz der Rassebeschreibung. Darüber habe ich ja schon das ein oder andere Mal berichtet.

Das Vorbereiten der Abholung gleicht einer Projektarbeit im größeren Stil, da werden Listen abgearbeitet uns sich schon strategisch überlegt, wie man den Hund und die restlichen Hausbewohner (auch vierbeinig) am klügsten einander vorstellt. Niemand hat uns erzählt das ein solch kleiner Welpe bei der Fahrt ins neue Heim soviel Krawall machen kann, da halfen auch keine Bestechungsleckerlis oder etwa die extra eingelegte ruhige keltische Volksmusik. Welpe kläffte während der ersten 100 km  wie ein hysterischer junger Affe, bis er dann langsam vor Erschöpfung einschlief. Zuhause angekommen, gestaltete sich der Willkommensgruß in Richtung der anderen Hausbewohner ganz anders, als von uns vorhergesehen. Seine zukünftigen Mitbewohner aus Burma waren ihm erst mal egal. Herr Hund machte sofort klar welchen Beruf er ergreifen möchte, Landschaftsgärtner. Er vermittelte das mit einem beherzten abreissen eines Astes (eines nicht wirklich kleinen) von einem unserer Sträucher.

Labradorwelpen bedeuten Chaos für deinen Haushalt. Soviel ist schon mal klar. Und zwar in einem Ausmaß das sich der Junghundebesitzer nicht im Ansatz vorstellen kann. Los gehts mit dem Thema „Stubenrein“. Klar kann man nicht erwarten das der Wauzi bereits mit einem Kniggeleitfaden ausgestattet ist, aber Hundehaufen in der Wohnung sorgen schon mal für kurzes Gefluche. Und so bringst du den Hund konsequent alle zwei bis drei Stunden nach draussen, und veranstaltest ein Fest epischen Außmasses wenn er dann an angewiesener Stelle seinen nicht ganz so kleinen Geschäften nachgeht. Das sorgt vor allem in der Nachbarschaft für Belustigung, wenn du morgens um Vier in Unterwäsche quietschend im Garten stehst und deinen Welpen beglückwünscht, das er der Natur an der richtigen Stelle nachgegeben hat. Solche Momente vergißt man nicht, vor allem dann nicht wenns in Strömen regnet. Interessant ist durchaus auch der Umstand das die Geschäfte des Hundes nicht im Geringsten zu den Dimensionen des Tieres passen. Im Gegenteil. Geschäft des Welpen ist umgekehrt proportional zur Körpergröße des Tieres. Natürlich macht das nachdenklich. Aber in welchem Welpenbuch steht schon geschrieben: Welpen-Trockenfutter quillt im Magen des Tieres auf und verursacht monströse Ausscheidungen. Auch gerne mal in der Konsistenz cremig bis wässrig.  Nein, von sowas wird abgesehen. Da packen wir lieber noch zwei Fotos von niedlichen spielenden Welpen hinein, in das teure Buch. Auch eine Abbildung eines Welpen mit „Trockenfutter-Kugelbauch“ sparen sich die Verlage meist. Ist ja auch nicht so putzig wenn der kleine Kerl aussieht als hätte er einen Medizinball verschluckt. Obwohl das bei der Verfressenheit des Labradors durchaus im Bereich des möglichen liegt.

Ist so ein Welpe erst mal da, macht er natürlich auch viel Freude, und überhaupt keinen Unterschied zwischen „mein und dein“ Wie auch, das ist etwas das er erst mal lernen muss. Ein Umstand den du als Welpenbesitzer konsequent vermitteln darfst. Der erste Schritt hierzu ist der: Bring alles in Sicherheit was dir lieb und teuer ist! Denn alles was du häufig benutzt wird auch für den Hund interessant sein. Das hat er schnell raus, denn wie Gundel immer zu sagen pflegt, der hat nix besseres zu tun als dich permanent zu beobachten und deine Schwächen herauszufinden. Und so langsam, ganz langsam werden dem Tier Grenzen vermittelt. „Du darfst nicht auf die Couch, okay du darfst Sonntags auf die Couch.. Okay hopp. Hey geh runter von der Couch ich will da liegen. Mach ein wenig Platz, ich hätte auch gern ein Eckchen Wir kaufen ne zweite Couch“ Das ist eine klassische Argumentationskette in der Hundeerziehung. Natürlich nur wenn man nicht aufpaßt. Wer aufpaßt kauft gleich in der Vorbereitungsphase eine zweite Couch.

Natürlich kommt auch der Moment, in dem man das neue Halsband und oder Geschirr ausprobieren will, und so gehts los, zusammen mit dem Welpen das nähere Umfeld erlaufen. Weit darf es ja nach den Büchern noch nicht sein, die Knochen des kleinen sollen ja noch geschont werden. Also maximal eine Viertelstunde. Zu blöd das man diese Zeit schon damit verbringt den Welpen aus dem Garten zu locken. Denn ein kleiner Hund hat meist überhaupt keinen Bock seine Höhle zu verlassen. Wer weiß was da draussen alles lauert. Da legt der kluge Köter sich lieber erstmal hin und verweigert die Mitarbeit. Könnte ja sein das da draussen ein Mönchsgeier wartet der mich greift. Außerdem ist das Ding mit der Leine doch echt blöd. Hat man es dann mal geschafft, ist die Freude groß und Man(n) flaniert mit seinem Welpen. Und so kam es das wir bei einem Weg durchs Feld, die erste Begegnung mit einem anderen Hund hatten. Dem Terrier Jonny. Der war erzogen nach der Fichtelmayer Methode… nun gut erzogen ist was anderes. Das kann man allerdings nicht dem Herrn Fichtelmayer oder seiner Methode anlasten. Jonny war eben ein rotziger Köter, der nichts besseres zu tun hatte als unseren Welpen als Trampolin zu benutzen. Nachdem wir Herrn Jonny vertrieben hatten schaute Klein Wautzi wie nach einer ausserhöllischen Begegnung der dritten Art. Wir hofften das dieser erste Spaziergang keine tieferen psychologischen Schäden hinterlassen hat.

Apropos psychologische Schäden, recht schnell kam auch der Tag des ersten Hundeschulbesuchs. Die Welpenspielstunde. Hier lernte unser Labbi dann auch seine Ausbilderin kennen, Gundel. Die, nicht auf den Mund gefallen verpaßte ihm sofort seinen Kampfnamen „Wackeldackel“. Siehe den Absatz über den Kugelbauch. Ja klasse, ich wollte einen Jagdhund und hatte also einen Accessoire für die Hutablage… danke Gundel! Sitz Platz usw. wurde in den ersten Stunden natürlich auch geübt. Aber der Ausspruch „Sitz Wackeldackel“ wollte mir nie über die Lippen. Wichtig und immer wieder betont wurde von unserem freundlichen Feldwebel der Hundeausbildung auch immer wieder das Ding, das beim Anblick eines ach so süßen Welpen häufig nicht eingehalten wird. Das Ding mit dem Namen Konsequenz! Denn merke.. Was Hundchen nicht lernt, wird Hund nur schwer verstehen.

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, das Welpenzeit permanenter Schlafentzug bedeutet? Ja ich glaube schon, aber egal ich sags lieber noch einmal. Das ist wichtig! Denn wenn Hundi dann mal stubenrein ist, geht er übergangslos in die Zeit des Zahnwechsels über. Hier kommen dann nochmal spannende Tage und Nächte auf den stolzen Hundebesitzer zu. Fiepen maulen jammern. In allen Tonlagen und Oktavenübergreifend. Hier wird einem dann irgendwann bewußt wie sinnvoll ein Stück gekühlte Gurke ist. Das erinnert mich an einen Fernsehspott… Brille: Fielmann. In dem Fall heißt es dann Zahnwechsel: Gurke! Und so geht die Zeit im Flug vorbei, du bekommst es gar nicht mit und fühlst dich wie schon oben beschrieben auf meist unangenehme Art und Weise benebelt. Und dann ist sie vorbei die Welpenzeit. In deiner Naivität glaubst du, das schlimmste überstanden zu haben. Und dann kommt die erste Hundepupertät….

Gewidmet all denen die gerade unter Welpen-Schlafentzug im allgemeinen und Labradorwelpen-Schlafentzug im speziellen leiden!

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From → Hundesachen

One Comment
  1. Bin ich froh, dass die Welpenzeit bei uns vorbei ist (auch wenn sie doch irgendwie so schön war :-)). Aber Du deutest ja bereits zu recht an, dass der Spass mit einem Labbi auch nach der Welpenzeit weiter geht. Davon wirst Du sicher noch berichten. Liebe Grüße

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