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Macht barfen seltsam…?

Wie ihr ja lesen konntet habe ich meinen Hund vor einiger Zeit auf Rohfütterung umgestellt, das ging sehr gut von statten, und der mobile Staubsauger liebt sein naturbelassenes Fressen sehr.

Auch bei mir hat im Kopf eine Veränderung stattgefunden, mal wieder. Und so ertappe ich mich langsam bei allerlei seltsamen Gedanken rund ums Hundefüttern die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Ich bin fernab davon ein Fanatiker zu sein.. bin ich das wirklich? Ich sehe es eher als fortschreitende Kreativität an. Nun entscheidet selber:

1. Knochensäge, Hackbeil und Ausbeinmesser sind aus dem Keller in meine Küche gewandert und werden fast täglich verwendet. 

Wieso auch nicht, sind ja Dinge die man(n) braucht. Aktuell bin ich auf der Suche nach einem groben Spaltblock, und einem guten Schleifstein.

2. Ich überlege eine Kräuterecke für das Hundefutter im Garten anzulegen.

Meiner Frau habe ich das letztes Jahr für den Eigengebrauch noch ausgeredet, aber der Hund kann sich das Zeug ja auch nicht irgendwo kaufen!

3. Ich lese sehr viel über Nährwerte, Vitamine, Calziumbedarf usw. bei einem ausgewachsenen 30 Kilo schweren Hund.

Und fahre dann zur eigenen Stärkung zum Burger King.

4. Ich plane den Erwerb einer Tiefkühltruhe, extra für Rohfleisch.

Bisher wollte ich das nicht, Kühltruhen sind der Inbegriff der Spießigkeit.

5. Wenn ein anderer Hundebesitzer mir was von „Hoch-Energie-Trockenfutter“ erzählt, fange ich an schallend und irre zu lachen.

Früher hätte ich ihn nach der Marke gefragt.

6. Ich stoße bei meinem Tierarzt mit der Fütterungsmethode auf ausgeprägtes Unverständnis.

Und ignoriere all seine gut gemeinten Ratschläge, doch das Trockenfutter der Marke zu kaufen die er anbietet.

7. Meine Metzgereifachverkäuferin schaut mich von Woche zu Woche komischer an.

Und das nur weil ich neben Schinken, Wurst und Schnitzel nach kiloweise frischem Pansen und blutigem Herz verlange.

8. Ich habe mir diverse Küchengeräte zugelegt um die Herstellung von Hundefutter zu perfektionieren.

Mir mal einen Mixer zu kaufen war ausserhalb meiner Vorstellungskraft..wozu auch?

9. Ich teile allen Freunden und der Familie mit, wie klein und unscheinbar die Häufchen meines Hundes geworden sind.

Sie wollen das zwar nicht wissen, ist mir aber egal!

10. Beim Einkaufen ist mehr als die Hälfte des Obsts und Gemüse für meinen Hund gedacht.

Dabei ist meine Frau Vegetarierin!

11. Ich hab im Leben noch nicht ein Weihnachtsplätzchen gebacken, mir aber Ausstechformen gekauft um selber Leckerlis herzustellen.

Es gibt soviele tolle Rezepte im Netz.

12. Ich weiß mittlerweile was Omega 3-6-9 bedeutet.

Weißt du nicht.. Dann google es doch selber

13. Ich habe mir auf meinem Smartphone einen Alarm gesetzt der mich jeden Abend um 22.00 Uhr darin erinnert das Fleisch für morgen aufzutauen.

Tiefgefroren mag er es nicht..obwohl, Pansen am Stiel?

14. Ich diskutiere flammend mit anderen Hundebesitzern um Inhaltsstoffe von Trockenfutter.

Ganz ehrlich, altes Frittenfett und Motorenöl braucht mein Köter nicht (mehr),bei dem läufts auch so wie geschmiert.

15. Wenn ich am Straßenrand ein totes Tier sehe, überlege ich ob mein Hund das eventuell noch fressen könnte.

Und rechne gleich durch wieviel Nährstoffe wohl drin enthalten sind. Im Notfall gibts noch Hüttenkäse dazu.

16. Der Geruch von frischem Pansen stört mich nicht mehr.

Riecht besser als manche Parfümsorte, gell Herr Joop.

17. Ich hab mir eine Taschenlampen-App geladen.

Wie sollte ich sonst im Dunkeln jedem der es wissen will oder auch nicht, das glänzende Fell meines Labbis präsentieren, oder seine minimalen Häufchen finden.

18. Ich denke ernsthaft darüber nach, den ungenutzten Raum im Keller zu einer Ausbein-und-Verarbeitungsküche umzubauen.

Wie bringe ich dann nur halbe Rinder die Kellertreppe runter. Und wieviel Kilo hält die Decke aus?

19. Kaninchen und Hühner die hier in der Gegend frei umherlaufen werden nur noch als potentielles Hundefutter wahrgenommen.

Mir doch egal ob die süß sind!

20. Ich weiß jetzt was Alfalfa ist.

Wenn du es nicht weißt..machs wie bei den Omegadingern.

21. Ich kreiere täglich neue Menüs für meinen verfressenen Staubsauger.

Wenn meine Frau fragt was ich essen möchte fällt mir meist nix ein.

22. Andere Leute bezeichnen mich als den Irren der seinem Hund rohes Fleisch gibt.

Ja paßt nur auf, das macht aggressiv! (Nicht nur den Hund)

23. Das zerlegen des Fleisches in hundgerechte Stücke fängt an mir Freude zu bereiten.

Zurück zur Natur! Solange ich nicht anfange eine Metzgerschürze aus weißem Latex zu tragen gehts ja noch.

24. Mittlerweile habe ich mehr Internetshops für Rohfleisch gebookmarkt als Appleseiten.

Besorgen tu ich das Zeug trotzdem lokal beim Metzger, und halt am Strassenrand.

25. Wenn ein Huhn in der Nachbarschaft verschwindet, werde ich sofort in den Kreis der Verdächtigen aufgenommen.

Tja..was soll ich sagen…

Fortsetzung folgt…

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Werter November 2011,

ich möchte dir gratulieren, du bist nun auch in die Geschichte eingegangen, und zwar als ein recht ungewöhnlicher Vertreter deiner Art. Zu allererst sei festgehalten, wettertechnisch warst du höchst seltsam veranlagt. Nebelung, ist ein alter Name für dich, dem hast du zumindest in unser Region alle Ehre gemacht. Darüber hinaus warst du der trockenste Monat seit der Aufzeichnung der Wetterdaten. So komisch wies klingt, einen „trockensten“ Monat hätte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Mit viel Hitze eben, und heftig schwitzen. Sei´s drum, den Ehrentitel kann dir erst mal keiner nehmen.

Gleich zu Beginn deiner Existenz brachtest du uns Allerheiligen. Alle Jahre wieder pilgern die mehr oder weniger Gläubigen auf die Gräber ihrer werten Verblichenen, um derer im Stillen zu gedenken, oder wies auch üblich ist zu schauen welche Gestecke und Blumen der Nachbar wohl aufs Grab gelegt hat. Wenn man wie ich auf einem kleinen Dorf groß geworden ist, kennt man die Bedeutung von „der hat nicht mal nen Kranz aufs Grab gelegt“ und die daraus gezogenen innerdörflichen Schlüsse über Liquidität und andere wichtigen Dinge des Lebens. Es soll schon passiert sein, das Grabdeko den ein oder anderen aufgrund kollektivem Zwangs in den Ruin getrieben hat.

Einige Tage später, am 03. November war es dann soweit, der Weltmännertag stand an. Kennt ihr nicht? Okay, wer glaubt das dieser Tag von Männern in aller Welt damit begangen wird, in Kneippen kräftig das Bruttosozialprodukt anzuregen, mit den Kumpels grölend durch die Innenstadt zu ziehen, und in dunklen Etablissements leicht bekleideten Damen beim durchführen hochkünstlerischer Tanzvorführungen beizuwohnen… der irrt leider! Dieser Weltmännertag soll dazu dienen uns auf unsere Gesundheit hinzuweisen, und uns ins Bewußtsein zu bringen das wir einige Jahre weniger leben als die Damen. Schirmherr dieses seit 2000 durchgeführten Ereignisses ist übrigens der Kollege Gorbatschow. Bei dem Hintergrund bin ich eigentlich dafür das der Tag weiterhin relativ unbekannt bleibt. Es sei denn man arbeitet noch an der Modifikation der Tagesgestaltung, ähnlich wie die oben beschriebene Vision und unter dem Motto „Mann – Dein Leben ist kurz“ Dann lasse ich mich eventuell dazu  hinreissen mitzufeiern.

Die Spiegelbestsellerliste habe ich mir diesen Monat auch gerne mal wieder angeschaut, und ich darf verkünden Frau Katzenberger hats mit ihrem Buch auf Platz 1 in der Kategorie „Sachbuch“ geschafft. Herr von Hirschhausen wurde auf Platz 2 verwiesen. Zum einen frage ich mich ganz persönlich, welches Fachgebiet Frau Katzenberger denn so belegt? Ist absichtliche Volksverdummung mittlerweile ein anerkanntes Fachthema? Ich weiß es nicht.

Bleiben wir doch gleich bei so illustren Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Nachdem ja im Oktober bekannt wurde das der Kinderschutzbund gegen die RTL Sendung „Die Suppernanny“ vorgehen wollte, hat sich das Thema jetzt wohl von selbst erledigt. Die Dame hat verkündet das sie nicht mehr für weitere Folgen zur Verfügung steht. Das heißt dann wohl, ab für immer auf die stille Treppe. Dieses Format erhält von mir auch nur eine ganz stille Gedenksekunde.

Mal was erfreuliches, Uwe Seeler feierte seinen 75. Geburtstag. Gratulation von meiner Seite an „Uns Uwe“. Ich bin zwar weit weg, davon ein HSV Fan zu sein, und noch weiter davon je ein Livespiel mit Herrn Seeler gesehen zu haben, aber er gehört zum deutschen Fußball wie Franz Beckenbauer, Adi Dassler und das Wembley Tor. Fußballerisch wars eh ein glanzvoller Monat, egal was sonst passieren konnte, wir haben die Holländer nach Hause geschickt! Was gibts schöneres? Für die Zeitung mit den vier großen Buchstaben ist die deutsche Mannschaft quasi schon Europameister, nur die Übergabe des Pokals muss noch geklärt werden. Ich freue mich auf jeden Fall drauf was da nächsten Sommer passieren wird. Bayern hat auch zumindest zum Teil seine Pflicht erfüllt, die KO Phase in der Champions League wurde vorzeitig erreicht. So kann man eigentlich rundum zufrieden sein.. Zufrieden nicht ganz. Denn als Hundefreund durfte man ja diesen Monat sehr viel über das Töten von Hunden und Katzen im Vorfeld der EM in der Ukraine lesen. Ehrlich gesagt, halte ich das für einen unsäglichen Vorgang, und ich unterstütze jeden der sich dagegen auflehnt. Auf der anderen Seite sollte man aber auch bedenken, Hunde und Katzen wurden und werden in Ländern wie der Ukraine oder Rumänien schon länger auf diese Art und Weise beseitigt. Ich frage mich ob nach der EM die Entrüstung darüber abklingt, oder ob sie erhalten bleibt. Wie wir schon bei WM in Südafrika gesehen haben, war das Interesse für Probleme des jeweiligen Landes, im Vorfeld des Tuniers, und währendessen groß, danach verging es aber so schnell wie es gekommen war, Ich bin gespannt.

Die Zahl des Monats hängt auch mit der EM und der Ukraine zusammen, 600 Millionen. Soviel bezahlen die Ukrainer für den Bau eines ihrer Stadien. Für 600 Millionen wird das sicher ein Fußballtempel epischen Ausmasses. Denkste! Ein Großteil dieses Geldes fließt in „Organisationspauschalen“, der Bau bleibt eigentlich recht durchschnittlich.

Thema Hund war diesen Monat etwas sehr ausgeglichenes, Herr Labrador hört mal, hört mal nicht und auch sonst war es einfach mal ein Monat ohne Tierarztbesuch und größere Vorfälle, okay..eine geklaute Pfanne vom Herd mal ausgeschlossen. Lustig fand ich ja, das bei Wetten dass.. Eine Sendung die ich mich eigentlich weigere zu konsumieren, eine Wette getätigt wurde bei der eine Dame Labradore an der Schädelform und am Maulgeruch erkannt hat. Respekt kann ich da nur sagen. Jeder Labbibesitzer weiß, unsere Hunde fressen alles was sie in ihre überaus hungrigen Mäuler bekommen. Wie des öfteren ja auch schon beschrieben Pferdeäpfel und ähnliche Dinge. Dort dann zur Geruchsprobe den eigenen Rüssel reinzuhalten, das erachte ich für mutig!

In Athen gabs diesen Monat den großen Umbruch. PapaXY wurde durch PapaYX ersetzt. Ich hoffe man kann auf den schönen alten Schlager vertrauen, der Papa wirds schon richten. Bei den Italienern heißt es jetzt auch Monti statt Bunga Bunga. Europatechnisch war der November also unter anderem ein Monat im griechisch-römischen Ringen. Bin schon gespannt wie ein Rettungsschirm wie das wohl so weitergeht.

Der November hatte auch was von einem interstellaren Monat. Zum einen endete in Russland ein Experiment bei dem sich verschiedene Herrschaften 500 Tage in einer Art Raumschiffattrappe haben einsperren lassen um den Flug zum Mars, und die Auswirkungen aufs Zusammenleben zu simulieren. Interessanterweise kamen alle lebendig wieder heraus. Solche Experimente gabs ja schon häufiger, erfunden habens wie z.B. Tulpen, die Windmühle oder das Kiffen an öffentlichen Plätzen die Holländer. Die nannten das nur nicht Mars Experiment sondern Big Brother, und verkauften es clever unter anderem auch an Deutschland. Zu schade das nie einer auf die Idee kam, diese Container auf den Mars zu schicken. Zum anderen hatten wir großen Besuch von außerhalb. Der Asteroid  2005 YU55 rast nah an der Erde vorbei. 400 m dick war der Brocken. Da hätte doch eigentlich auch ein Big Brother Container drauf Platz gehabt.

Im November wurde bekannt, es gibt wohl rechte Terrorzellen in Deutschland. Erst hatten wir den Terror von Links, dann hatten wir religiösen Terror, und jetzt kommenden die rechten auch noch damit an. Ganz ehrlich, fällt Extremisten eigentlich nicht mal was neues ein? Bomben legen, Leute erschießen Entführungen und Erpressungen sind echt schlechte Geschäftsmodelle wenn man auf was auch immer aufmerksam machen will, und selbst dem dämlichsten Radikalen sollte das doch mittlerweile aufgefallen sein.

Kommen wir doch gleich zum Pärchen des Monats, wir gratulieren Frau Sahra Wagenknecht und Herrn Oskar Lafontaine. Selten war eine öffentliche Liebeserklärung so romantisch. „Wir sind sehr eng befreundet“. Super Oskar, da freut sich jede Frau. Da fällt es mir auch nicht schwer einen Song des Monats zu küren, „From Sarah with Love!“ Oder vielleicht doch besser „From Oskar with miesem Redenschreiber!“

Was gabs noch wichtiges neben Oskar/Sahra.. Ja in Liebesdingen war was los auf der Welt, Der König von Swasiland hat eine seiner 14 Frauen, um genauer zu sein die Nummer 12, verstoßen. Der Grund dafür, die Dame hatte was mit dem Justizminister, der auch noch ein Jugendfreund des Herrn Könichs war. Klasse, selbst im Hochadel rührt sich gelegentlich noch was.

So, mit dem König von Swasiland, haben wir einen hochwohlgeborenen Schlußpunkt für dich werter November. Dezember steht vor der Tür und erfreut uns mit hektischem Vorweihnachtstreiben und allem was dazugehört.

Hund-Fu Wörterbuch, Teil 2

Nach vielen anderen Themen wird es nun mal wieder Zeit, sich der hohen Kunst der Hundeerziehung zu widmen, dem Hund-Fu. Ich persönlich bin in dem Bereich ja immer noch blutiger Anfänger, und so begegneten mir in den letzten Monaten wie schon im ersten Teil beschrieben Wörter und Sätze, deren Bedeutung mir nicht auf Anhieb klar waren. Und damit das nicht den Rahmen sprengt, habe ich das in verschiedene Teile „zerlegt“ (So wie es gerne das ein oder andere Mal mit dem Wauzi auch tun würde). Hund-Fu ist für den Anfänger alles andere als eine einfache Sache, und die Verwirrung ist nun mal groß. Alte Hasen reagieren bei den Kommandos prompt und ohne Nachzudenken…als Anfänger hat Jung-Hunde-Besitzer da schon durchaus Barrieren die sprachlich wie auch in der Ausführung der Befehle extreme Diskrepanzen zum Beabsichtigten beinhalten können. Aber lange Vorrede, kurzer Sinn, hier der zweite Teil des Hund-Fu Wörterbuchs.

1. Revieren

Hier handelt es sich mitnichten, wie man jetzt denken möchte um die Erklärung des Umstandes an einem Samstag Abend alle Kneippen im Ruhrgebiet besuchen zu wollen. Im Anschluß daran würde dann sicher das „Kriechen“ folgen. Nein hier handelt es sich wieder einmal um einen Begriff aus der Jagdhundeausbildung, Ihr erinnert euch, Jagdhundausbildung ist der Teil des Hund-Fu, an dessen Ende Menschen in gewagtem grünen Outfit unter starkem Alkoholeinfluss sich gegenseitig mit grobem Elefantenschrot vollpumpen. Das Ganze stets mit einem munteren „Weidmanns Heil“ oder „Halali“ auf den Lippen. Beim Revieren wird der Hund, mit Vorliebe ein Retriever, dazu gebracht auf einem vorher eigens abgesteckten Areal mehrere Dummys, Bringsel oder im Härtefall Tretmienen aufzuspüren und zu seinem Hundeführer zu bringen. Die Anzahl variiert je nach Ausbildungsstand zwischen zwei und.. Naja.. Soviel man halt gerade von den Dingern da hat. Der Hund wird hier vom tapferen Hundeführer ins Areal geleitet und mit einem munteren „revier“ auf die Suche geschickt. Das ganze unter Zuhilfenahme von eindeutigen Handzeichen Links rechts geradeaus. Mal ehrlich, wer will bei solch einem Herzerwärmenden Vorgang schon noch nach eine Eckkneippe in Dortmund-Dorstfeld?

Ziel des Revierens ist es, das Weidmann nachdem er seine unterdrückten Alltagsagressionen, seine systemischen Schieflagen oder auch gerne einfach die nicht zu ändernde Unterdrückung durch seinen Ehepartner an Enten oder sonstigem Federvieh ausgelassen hat, seinen Retriever dazu veranlaßen kann das Beutegut einzusammeln. Unbestätigten Gerüchten nach, wird das verschossene Schrot anschließend durch kleine erdnahe Hunde dem sogenannten Schrot-Terrier aus dem Federvieh entfernt.

2. Ablegen

Das war Anfangs ein Befehl mit dem ich geistig kurz in Konflikt geraten bin. Ablegen.. Wie durfte ich mir sowas vorstellen? Ich trage meinen Hund ja nicht wie einen Kartoffelsack auf der Schulter. „Leg den da mal ab“, nach kurzem Umsehen war mir auch klar, das mit dem Befehl ablegen nicht das Ausziehen der Kleidung gemeint war. (Auch dies kann durchaus zu peinlichen Situationen führen) Nein, ablegen bedeutet im Grunde nichts anderes als den Vierbeiner zu einer ruhigen schattigen, bei manchen Hunden nicht zu nassen Stelle zu führen, und ihn dort mithilfe des Kommandos „Platz“ dazu zu bringen sich hinzulegen und auf der Stelle zu verharren. Hat der Hund diese Position eingenommen, reden wir nicht mehr vom Ablegen, sondern von der Ablage. Was auch ein Bestandteil der sagenumwobenen Begleithundeprüfung ist (Dazu irgendwann später mehr). Wautzel hat dann in korrektem Beamtendeutsch in der „Ablage ruhig zu verbleiben“ ohne zu winseln, zu kriechen oder etwa Gras und Unrat aufzunehmen. Auch das interessierte Bespringen einer nebenanliegenden Hündin ist strikt zu vermeiden. Die besten Ergebnisse werden hier mit Hunden der Rasse „Steif“ oder allgemein „ausgestopft“ erreicht.

3. Obidience 

Als ein großer Befürworter des Benutzens von englischen Begriffen im deutschen Sprachgebrauch war es für mich natürlich sofort klar was Obidience bedeutet. Gehorsam! Das kennen viele männliche Hundefreunde meines Alters ja noch vom Kasernenhof. Im Gegensatz zum guten alten Kommiss wird hier aber nicht ein ganzes Rudel von Rekruten herumkommandiert sondern nur ein einzelner Hund. (Sozusagen jedem Tierchen sein eigener Spieß). Gehorsam! ist eine sogenannte Hundesportart. Viele böse Zungen behaupten eine typisch deutsche. Stimmt aber nicht..kommt aus England. Genau wie die inoffizielle Hymne der Gehorsamsfreunde „Master and Servant“ von Depeche Mode. Um gleich mit weiteren Halbwahrheiten aufzuräumen, Ganzkörper-Gummibekleidung kommt im Gehorsam! nur dann zum Einsatz wenn es in Strömen regnet (Ganz nach den Vorgaben der Hund Couture), Ketten, Peitschen oder gar Reitgerten werden nie oder nur in seltensten Notfällen eingesetzt. Beim Gehorsam! geht es darum Übungen und Befehle harmonisch, schnell und exakt auszuführen. Exakt bedeutet hier, auf den Punkt genau. Wurden hier früher in grauen Tagen der vordigitalen Welt mit Augenmaß oder eventuell Lineal und/oder Winkelmesser gearbeitet, kommen zur genauen Bestimmung des Standortes und des Winkels des Hundes zu seinem Hundeführer heute moderne GPS Geräte und Satelliten zum Einsatz. Eine Abweichung von 0,5 mm wird hier gnadenlos mit Disqualifikation bestraft. Daraus folgt, Gehorsam! ist nix für Weicheier und Panzergrenadiere. Es ist quasi die Champions League des Fußgehens, die Olympiade der Ablage und die WM im Positionswechsel auf Entfernung. Natürlich im eigenen Land. Als Anmerkung möchte ich noch hinzufügen, eine Übertragbarkeit ins tägliche Eheleben ist meist nicht erfolgversprechend.

4. Vorstehen

Vorstehen hat, wie man sich jetzt sicher denken kann, nix mit dem Vorstand einer AG, eines Vereins oder eines Zellenblocks zu tun. Nein es ist, wie könnte es anders sein, mal wieder was aus der grünen Jagdhundszene. Vorstehen bedeutet das ein dafür ausgebildeter Hund, ein Vorstehhund, oder Pointer oder was auch immer durch verharren in einer sehr steifen Körperhaltung anzeigt in welcher Richtung wohl das Wild zu finden sei. Ähnlich wie ein Straßenschild auf dem steht „Ihr nächster Blattschuß in 1,5 km“ Diese Art des Arbeitens hilft dem Weidmann sehr, seine schwere mitgeschleppte Munition loszuwerden. Und das beste daran, diese Art des anzeigens ist den Hunden quasi in die Wiege gelegt. Nur kultiviert werden muss es noch. Das ist ähnlich wie das gierige nimmersatte Fressen beim Labrador, oder die verschmuste Ader eines Pitbulls.

Die FCI führt diese illustre steife Hundegesellschaft in der Gruppe 7 unter dem Überbegriff „Vorstehunde“ Schillernde Rassen wie der Pudelpointer, der große und kleine Münsterländer und Setter jeder Art werden zu dieser Gruppe gezählt. Allein schon bei den Namen kommt doch Jagdlust auf.

5. Ohne Leine Fuß.. 

Das mag jetzt wieder einmal klingen wie auf dem Kasernenhof. Zumindest kam mir das beim ersten Erklingen dieses Weisung so vor. „Ohne Tritt marsch..“ sprach früher der Feldwebel wenn die Kompanie in lockerem Trab gemeinschaftlich einem Ziel entgegensteuerte. Im Hund-Fu hat „ohne Leine Fuß“ natürlich nix damit zu tun. Hierbei handelt es sich lediglich um ein Kommando mit der die Freifolge eingeleitet wird. Das ist exakt ausgeführt schon mal eine Übung der mittleren Schwierigkeit. Kann der Jung-Hunde-Führer beim normalen „Fußgehen“ im Notfall noch mit Hilfe der Leine Einfluß auf den bockigen Hund nehmen, (Ein Schleudertrauma sollte hier allerdings nicht in Kauf genommen werden)  ist das in der Freifolge nicht mehr möglich. Hier wird erwartet das Köter um Aufmerksamkeit heischend neben seinem Besitzer herläuft und ihn stets hoffnungsfroh anblickt. Die Beine werden dabei geschwungen als wäre der Hund ein junger Lipizzaner. Ein Bild das Herzen erwärmt (auch das vom Feldwebel) wenn´s dann funktioniert. Denn das Leben hat bei der Freifolge viele Hindernisse eingebaut die dieses harmonische Bild ins Wanken geraten lassen. Die Klassiker sind unter anderem: Eine Hündin (nur beim Rüden), Ein Rüde (Nur bei Hündin), heruntergefallene Leckerlies (Nur bei Labradoren) Verdauungsvorgangshinterlassenschaften (Bei allen Hunden) Blümchen, Bienchen und alles was da kreucht und fleucht. Nach langer Tage harte Arbeit ist es dann irgendwann einmal so weit, mit Hilfe von Klicker, Target, stimmlicher Motivation und nach dem Verlust mehrerer Finger läuft das Tier neben dir als wäre es mit Sekundenkleber an deinem Oberschenkel (bei kleinen Hunden eher am Knöchel) festgeklebt. Diese Freifolge wird dann sportlich auch als ein Teil des Gehorsams! betrieben. Entgegen aller Gerüchte ist es hier aber verboten den Vierbeiner am Hosenbein festzutackern.

6. Die Begegnung 

Es hallt mir immer noch in den Ohren. Bei einer unserer ersten Stunden tönte plötzlich der Ruf „Macht mal eine Begegnung“. Was um alles in der Welt sollte das heißen? Welche Form der Begegnung ist hier gemeint? Eine flüchtige? Eine der dritten Art? Oder gar eine Fußballbegegnung? Nein.. alles falsch! Bei der „Begegnung“ handelt es sich um ein simuliertes Zusammentreffen zweier Hundeführer in freier Wildbahn. Ähnlich wie bei jedem guten Western Show-Down bewegt man sich auf einander zu bis man das weiße im Auge des Gegenübers erkennen kann. Der geführte Hund sollte im Idealfall eine sitzende Position an der linken Seite seines Herrchens, oder auch Frauchens einnehmen und den gegenüber sitzenden Hund nicht, oder minimal beachten. Bei einem jungen Labrador, heißt minimal beachten natürlich, leichtes anschnüffeln gepaart mit kleineren Aufreitversuchen, gelegentlich unterbrochen von sanften Spielaufforderungen. Nach kurzem informativen Gespräch sollten sich die Wege der Hundeführer wieder trennen, und die Hunde klaglos folgen. Nun gut, es gibt auch Dinge die eben nicht gleich auf Anhieb klappen müssen.

Soweit zum zweiten Teil des Hund-Fu Wörterbuchs… Fortsetzung folgt.

Werter Oktober 2011,

du hast es also erstaunlicherweise auch geschafft, so wie all die anderen Monate dieses Jahres vor dir. Gratuliere. Du bist Teil der Menschheitsgeschichte geworden. Aber was hast du uns gebracht? Als mein Lieblingsmonat bist du zwar leider nicht in die Top 5 meiner persönlichen Oktoberhitparade aufgestiegen, aber ein schlechter Vertreter deiner Art warst du mitnichten. Interessant ist auch der Umstand das Jäger dich mitunter Dachsmond nennen. Weshalb, keine Ahnung. Aber an den Jägersleuten gibt es ja viel was ich persönlich nicht verstehe. Ich bleibe also bei „Oktober“. Nun fangen wir doch mal mit dem 3. Oktober an, wie jedes Jahr brachtest du uns gleich zu Beginn den Tag der deutschen Einheit. Ein Feiertag der uns in dieser Form seit knapp zwanzig Jahren daran erinnert das wir wieder ein Staat geworden sind. Der Tag gemahnt uns an den Umstand das die Ossis echtes Geld bekamen, und wir Wessis es ihnen für Marlboro, Golf GTI und Bananen wieder aus der Tasche gezogen haben. Diese Form des Raubrittertums gibt es zwar heute nicht mehr, aber der Deutschlandinterne Ost-West-Konflikt ist sicher noch lange nicht komplett beigelegt. Ich persönlich kann nur sagen, das die damalige Öffnung der Mauer doch im Nachhinein ein einschneidendes Erlebnis war. Denn mit dem aufgekommenen „Wind of Change“ hat es meinen ehemaligen WG Mitbewohner und besten Freund in den Westen geweht, und wir leben seit nun mehr Mitte der 90er Jahre unseren persönlichen kleinen kalten Krieg aus. Immer mit einem Augenzwinkern und meist mit gegenseitiger „Toleranz“. Tommy, ich werde trotzdem nie verstehen wie um alles in der Welt, man die neuen Star Wars Filme besser finden kann als die alten. Auch wenn einem die kindliche Referenzerfahrung dazu fehlt.

Eine gute Nachricht gleich vorne weg, der kleine Hund Comino von dem ich hier ja berichtet habe hat mittlerweile in München ein neues Zuhause gefunden. Und weiter mit den guten Dingen, ich vernahm irgendwo das der Kinderschutzbund versucht die Sendung „Die Supernanny“ zu stoppen. Das halte ich für unterstützenswert und ich hoffe das die Dame recht bald selber auf die stille Treppe muss. Meiner Meinung nach kann sie gleich alle Moderatoren und Sendeformate dieser Art mitnehmen, schaden würde es unserer Gesellschaft sicher nicht, und mit dem Wegfall von stiller Schweinebauer sucht gleichgesinnte Frau wird vielleicht wieder Sendezeit für gehobenere Abendunterhaltung freigemacht.

Für einen Applefan wie mich war der Oktober natürlich ein schwerer Monat. Steve Jobs ist von uns gegangen. Ich spar mir hier aber all die Lobeshymnen auf den großen Visionär, das tun andere die mehr dazu berufen sind. Ich sag einfach nur Danke, für all Ihre tollen Ideen Mr Jobs.

In den letzten Monaten ist es ja so, das anscheinend jeder der meint was erlebt zu haben seine Biografie auf den Büchermarkt wirft, oder auch werfen läßt. Waren es in den Vormonaten z.B. Herr Lahm, oder Herr Rösler, so wurde diesen Monat doch eher der Vogel abgeschossen. Daniela Katzenberger stürmte in den Taschenbuchcharts auf Platz 5 mit ihren umwerfenden Lebenserinnerungen „Sei schlau, stell dich dumm“ Gefüllt mit hochliterarischen Kapiteln wie etwa: „Die Zehn Gebote der Katze“, „Das Katz-O-Meter“ und nicht zu vergessen, „Die Katzenpfleger“.  Hello Kitty fällt mir da nur ein, und selbst die altehrwürdige Frankfurter Buchmesse wurde von ihr nebenbei gleich auch noch aufgehübscht. Da hatte das Gastland Island sicher geringe Chancen zu glänzen.

Nein wir befinden uns nicht im Jahre 2056 und die Dame blickt auch mitnichten auf ein langes erfolgreiches Geschäftsleben zurück. Wir sind immer noch im Jahr 2011 und die Frau ist ganze 25. Ich will ja gar nicht behaupten das es keine  25 Jährigen gibt die in ihrem Leben bereits mehr erlebt haben als der Durchschnittsmensch in 80 Jahren. Aber mal ehrlich…. Interessant fände ich dagegen einfach mal herauszufinden wie hoch die Halbwertzeit der chemischen Verbindung UFOB ist? (UFOB=Unterschichten-Fernsehen-Wasserstoff-Blondine) Da wird´s mit 25 wahrscheinlich höchste Zeit.

Apropos Fernsehen, in einer Verfilmung des Lebens von Beate Uhse wurde besagte Geschäftsfrau von Franka Potente verkörpert. Na zumindest vom Namen her, war das eine gelungene Entscheidung. Weiter in den Massenmedien, diesen Monat gabs hier in in Bayern auf „Antenne Bayern“ ein schickes Gewinnspiel, in dem Hörer Rechnungen einreichen konnten. Wenn diese gezogen wurden erstattete der Sender den Betrag. An sich eine spannende Sache. Wäre da nur nicht der Umstand eingetreten das eines Morgens die Rechnung eines „Herrenclubs“ für einen Ausflug im Bumsbomber nach Thailand gezogen wurde. Das brachte den Sender und den Moderator regelrecht in Schwierigkeiten. Bezahlen oder nicht? Strafe wegen Nichteinhalten der Gewinnspielregeln oder wegen Kuppelei? Mal ehrlich wer kommt auf die Idee sich sowas öffentlich im Radio zurückzahlen zu lassen? So dreist war ja nicht einmal die Hamburg-Mannheimer. Den Betrag hätte man als Radiosender einfach an eine Hilfsorganisation für Thailand spenden sollen. Die können das momentan sicher ganz gut brauchen.

Die Zahlen des Monats sind übrigens für mich ganz persönlich 10, 1147, und 55,5 Milliarden. 10, weil die Deutsche Nationalmannschaft in der Quali für die EM in 10 Spielen 10 Siege eingefahren hat. Respekt, die Herren. 1147 Minuten lang kassierte Manuel Neuer kein Pflichtspieltor. Nach dem letzte Saison die Abwehr des FC Bayern offener war als ein altes lungenkrankes Scheunentor ist das eine tolle Leistung. Und 55,5 Milliarden.. Na das hat ja bekanntlich was mit einem kleinen Rechenfehler in der Bilanz der FMS zu tun. Zum ersten mal kam mir der Begriff „Bad Bank“ so richtig ins Bewusstsein. Haben die da nicht nur die faulen Wertpapiere, sondern auch die nicht ganz so hirnreichen Bänker geparkt? Ist das jetzt wie im Märchen von Aschenputtel, die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Gröpfchen, oder halt zur Bad Bank. Ich hoffe nur da verschluckt sich keiner dran. Ausgehend von den USA begannen diesen Monat Menschen die Börsenviertel zu besetzen und gegen die Praktiken der Finanzwelt zu protestieren. Ich harre mal der Dinge die da noch kommen, und werte das für mich persönlich erst mal gar nicht.

Weitestgehend unbeachtet von der Weltpresse starte in China die Korfball WM. Korfball ist ein Spiel in dem gemischte Teams aus Männern und Frauen in Eintracht zusammenspielen und am Ende meist die Holländer gewinnen. Die haben´s auch erfunden. Wohl aus Frust darüber das sie im Fußball ja meist nur den zweiten Platz einheimsen. Aufgrund dessen ist auch gut, das Korfball eher eine Randsportart bleibt. Nicht wie etwa Wohnwagenziehen, Tulpenzüchten und Dauerkiffen. So genug jetzt der platten Sprüche über ein flaches Land.

Hundetechnisch stand der Oktober ganz unter dem Zeichen der Futterfindungsphase. Wie ja bereits berichtet wurde unser Labbi von Trocken- auf Rohfütterung umgestellt. Aktueller Stand ist, es schmeckt ihm und seine allergischen Reaktionen gingen schlagartig zurück. Fortsetzung folgt, ich persönlich bin gespannt wie sich das entwickelt. Ansonsten durfte ich Zeuge sein, wie 6 Hunde aus unserer Hundeschule die Begleithundeprüfung absolvierten. Erschreckenderweise haben sie alle bestanden. Das erhöht natürlich den sanften Druck, auf uns alle die nachfolgen werden, wollen oder sollen. Gratulation an die Damen und Herren, Menschen und Hunde, groß oder klein!

Noch zu erwähnen in Sachen Hund, ich durfte diesen Monat lesen das 3 Ridgeback-Boxermischlinge in Brandenburg ein Kind und dessen Vater angegriffen und verletzt haben. Die 74 jährige Besitzerin hatte die Hunde aus einem Tierheim und anscheinend nicht so ganz unter Kontrolle. Ja da kommt der Begriff Hundeführerschein wieder hoch, und eigentlich müsste die Schlagzeile lauten“ Oma attackiert Kind mit Hilfe ihrer Hunde“. Und wenn ich lese „aus dem Tierheim“ da frage ich mich allen ernstes, bei all den Informationen die man solchen Institutionen zur Verfügung stellen muss bevor man in die engere Auswahl für einen Hund kommt… wie kann das sein das eine ältere Dame gleich 3 solcher Hunde mitnehmendarf. Davon abgesehen, gehört mein Mitgefühl natürlich den angegriffenen Menschen.

Die letzten Monate habe ich darüber geschrieben was wohl passieren wird wenn man den Herrn Ghadaffi endlich zu fassen bekommt. Im Oktober war´s dann soweit. Nicht das ich grundsätzlich Mitleid mit diesem Menschen hätte, aber die Art und Weise der Zurschaustellung des getöteten Diktators bringt mich dazu nicht einen dummen Spruch darüber zu machen. Das Kapitel schließe ich hiermit.

Jetzt steht uns der November ins Haus, ein Monat der immer so ein wenig das Stiefkind zwischen goldenem Oktober und dem Weihnachtsmonat ist. Meist ein wenig grau und unscheinbar. Ich bin gespannt wie sich der November 2011 so schlagen wird…

Was die Welt wirklich wissen muss, oder halt doch nicht!

Ich bin ja, wie schon des öfteren geschrieben ein kleiner Apple Fan-Boy, und sogar stolz drauf. Und falls jetzt jemand auf die Idee kommt ich würde hier eine sinnvolle Abhandlung über das neue IOS 5 oder das Iphone 4S schreiben, dann kann ich nur sagen, denkste. Nein warum ich den Umstand der fast kritiklosen Bewunderung des angebissenen Äpfelchens erwähne ist der Fakt, das es für all die schönen Endgeräte Apps gibt, die eigentlich nutzlos sind. Oder sich sogar selber als „Unnütz“ bezeichnen. Ich bin ganz ehrlich, neben den 50000 Produktivitätsapps und den circa genauso vielen Dienstprogrammen finde ich diese eigentlich sinnbefreiten kleinen Stückchen Programmierkunst einfach erheiternd. Für Leute die wie ich, ständig alles an Informationen aufsaugen wie Graf Dracula Blut im Höhere-Töchter-Internat sind die Informationen die solche Apps liefern ein nimmer enden wollender Quell der Freude, naja.. wie beim Graf halt auch. Und so trug es sich zu, das ich über die Zeit in einem dieser Apps häufig die umfangreiche Favoritenfunktion nutzte, und so auf meinem Telefon eine nicht unbeträchtliche Zähl von nutzlosem Wissen angesammelt habe. Was mich daran fasziniert sind mehrere Fakten. Zum einen, die Geschichte die da wohl hinter stecken mag, zum anderen wo zum Teufel bekommt man solche Informationen her?

Also machte ich mich auf mir zu dem ein oder anderen so meine eigenen Gedanken zu machen, und meine Top 10 der unnützen Informationen hier mal zu veröffentlichen.

1. In Frankreich ist es verboten ein Schwein Napoleon zu nennen.

Das kann ich gut verstehen, in Deutschland würde ja auch keiner sein Borstenvieh Wilhelm II nennen. (Nein Adolf wär mir an der Stelle einfach zu platt gewesen) Und George Orwell hatte da ja Glück, das er Engländer war, sonst wäre uns das Schwein Napoleon in die „Farm der Tiere“ wohl entgangen. Übrigens, um gleich auch noch mit unbedeutendem Wissen zu prahlen, in der französischen Übersetzung heißt das Schwein, Cesar. Wenn konsequent, dann schon richtig!

2. Einer Studie von Nielsen Mobile zufolge sind über die Hälfte der Besitzer eines Apple IPhones ledig und waren nie verheiratet.

Nun, traue keiner Studie die du nicht selbst durchgeführt hast, und so habe ich in meinem Bekanntenkreis geschaut wer so alles ein IPhone hat, und wie die Familienverhältnisse sind. Ich persönlich kam zu folgendem nicht repräsentativen Ergebnis: 60 % dann doch verheiratet (so manch einer mit seinem Telefon) 25 % ledig (wozu auch nen Partner, sie haben ja ein IPhone) und 15 % geschieden (Der Umstieg vom Iphone 4 auf das Iphone 4S wurde meist gütlich erzielt)

3. Das Schweizer Militär nennt Brieftauben: „selbstreproduzierende Kleinflugkörper auf biologischer Basis mit fest programmierter Rückkehr aus allen beliebigen Richtungen und Distanzen“

Gut, nach mehrmaligem Lesen hab auch ich den Satz verstanden, und muss feststellen das Militär wohl überall auf der Welt gleich ist. In Deutschland gibts in der zentralen Dienstvorschrift der BW ja auch Sätze wie: „Bei einbrechender Nacht ist mit Dunkelheit zu rechnen“ oder auch mit Hilfe von FALLE, KLAPP, KLEIN, FUER KLEINTIER, NAGER, GRAU wurden schon bedeutende Schlachten gewonnen.

4. Stalin schrieb romantische Gedichte

Die trug er dann seiner Angebeteten zu dem süßen Klang einer Stalinorgel vor.. Oder wie darf ich mir das vorstellen? Ich hab so meine Zweifel ob er besser schrieb, als Hitler gemalt hat.

5. Jährlich müssen in Paris 650 Menschen in Krankenhaus weil sie auf Hundescheiße ausgerutscht sind. 

Das sind dann also rund 1,78 Pariser am Tag die aufgrund von nichtverwendeten Kacktüten ins Krankenhaus müssen. Bei einer Bevölkerung von 2.211.297 (circa) ist das eigentlich ein gar nicht so schlechter Prozentsatz. Ungefähr 0,3 Prozent der Pariser erleiden Hundekackunfälle pro Jahr. Jetzt wäre es noch interessant entgegenzusetzen wie viele auf einem Kirschkern ausrutschen, oder durch den Biss einer Giftschlange sterben.

6. In South Bend, Indiana ist es Affen gesetzlich verboten zu rauchen. 

Na gut, da wir in der Evolution ja schon ein gutes Stück voran sind haben wir Deutschen es uns gleich selber fast komplett verboten… Danke Darwin!

7. 1896 wurde festgelegt dass ein Fußballfeld in Deutschland baumfrei sein muss. 

Genau, toll. Das war dann die Geburtsstunde des Catenaccio. Deutsche Gerichte haben also den Weg frei gemacht für diese „wunderbare“ Art des Fußballs. Mauern statt Bäume. Auf der anderen Seite würde es sich komisch anhören wenn Marcel Reif ins Mikro säuselt:“toller Pass von Lahm da hinten am Nussbaum, aber Gomez steht neben der 16 Meter Eiche im Abseitsbusch.“

8. 1740 wurde in Frankreich eine Kuh der Zauberei beschuldigt und gehängt.

Ähm, schon wieder Frankreich, ich kann auch nix dafür. Eine Kuh, erhängt wegen Zauberei. Zum ersten hätte ich gern mal den Galgen gesehen der dafür notwenig war. Zum zweiten würde ich gerne die Prozessakten dazu lesen, und drittens was hat die Kuh getan? Die Augen teuflisch verdreht? Sahne statt Milch gegeben? Oder den Bauer besprungen? Ich weiß es nicht.. Es klingt aber grundsätzlich nach einem Drehbuch für einen ziemlich abgefahrenen Film „The Cow from Hell“

9. Das meistverwendete Wort weltweit ist „okay“, gefolgt von „Cola“ 

Das wundert mich, und ich glaube das bezieht sich sicher nur auf die USA. Allein von der Menge der Bevölkerung kann ich es mir nicht vorstellen das Chinesen oder Inder recht häufig „okay“ im alltäglichen Sprachgebrauch sagen oder dauernd nach Cola verlangen. Die Worte die darauf folgen sind mit Sicherheit Burger, Ketchup, und Wall Street Desaster.

10. Im Spanischen ist das Wort für Ehefrauen dasselbe wie für Handschellen. Las esposas.

Das klingt durchaus logisch. Wenn ich als Mann mehrere Ehefrauen habe, kein Mormone bin und auch sonst nicht zu Vielweiberei autorisiert, dann klicken irgendwann die Handschellen. Und da die Spanier recht schlau sind, haben sie daraus gleich ein Wort gemacht. Dann wirds Protokoll kürzer bei der Ergreifung. Was jetzt aber nicht heißen soll das es in Spanien grundsätzlich mehr Bigamisten gibt als anderswo.

So, nun freue ich mich auf weitere unnütze Dinge, die mir in nächster Zeit noch begegnen werden.

Homo sapiens canis lupus familiaris….

… oder auch der Hundemensch (Teil 1)

Seit Jahrtausenden begleiten Hunde uns Menschen, und passen sich an unser Leben an. Da sollte man glauben, in der Zeit hätte sich das soweit reguliert das es keinerlei Probleme mehr gibt. Weit gefehlt. Der Alltag bringt es zu Tage, und da will ich mich nicht zurückhalten einmal Resume zu ziehen über Hundemenschen und eben solche, die es nicht sind. Zuerst stellt sich da natürlich die Frage, was genau sind Hundemenschen. Nun, zu dieser Kategorie zähle ich all jene Hundephilen (kann man das so sagen..?)  die mindestens einem Vierbeiner der biologischen Kategorie „Canis lupus familiaris egal in welcher Form ein warmes freundliches schwer zerstörbares und leicht abwaschbares Zuhause bieten, oder sich für Säugetiere dieser Art in irgendeiner Form begeistern können. Die letzte Gruppe ist von der ersten leicht zu unterscheiden, das sind die sogenannten Canidae-Jubler..nicht zu verwechseln mit den Jubelpersern. Als zweite große Kategorie gibt es die Gruppe von Menschen die mit Hunden so gar nix anfangen können. Die Hundephobiker. Hier in den Abstufungen: „ist mir egal der Köter“ „Kack mir nicht auf den Rasen Köter“ und „Wenn ich dich erwische lege ich dich um Köter“. Die Welt teilt sich also am Hund in zwei Lager, (Ich will hier nicht schon wieder Moses anführen) das ist ein Fakt dem wir als Hundehalter uns fast täglich zu stellen haben. Unterschiedliche Meinungen zu unseren geliebten Vierbeinern gibt es da allerdings nicht nur zwischen den Hundephilen und den Hundephobikern, nein sondern auch gerne innerhalb der beiden Grundgruppierungen und das bietet immer wieder Stoff für Diskussionen und „Gott sei dank“ auch für Blogs.

Ein klassisches Beispiel für einen Konflikt in der eigenen Fraktion ist z.B. das Aufeinandertreffen eines Hundehalters und eines Canidae-Jublers, der wie so oft beim Anblick von Wautzi beginnt sein Gespür für zwischenmenschlichen Umgang und die Beherrschung seines Bewegungsapparates zu verlieren. Obwohl der Hundehalter freundlich darum bittet man möge den Hund doch ignorieren oder ihm sich vorsichtig nähern (wenns dann schon sein muss), wird hier vom Jubler herzhaft zugegriffen, gestreichelt und mit freundlichen piepsigen  Worten der Hund angestachelt bis er kurz vorm abheben ist.. Lieblingssatz solcher Leute „Jahhaaaa duuuhhhh bist aber ein braver“. Es ist schwer solchen Menschen begreiflich zu machen, das wenn Hundi von ihnen so geherzt wird, er mit Sicherheit beim nächsten Hundephobiker die gleiche Zuneigung erwartet. Und mal ehrlich Wautzi wird nicht gerade erfreut schauen wenn ihm ein bärbeissiger Hundehasser darauf hin in den behaarten Hintern tritt. Solche Situationen einem Canidae-Jubler klar zu machen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Hier wird dann einfach mit saftigem Halbwissen entgegengesetzt: „Ach sowas kommt doch nicht vor, der Kerli merkt doch wer ihn mag oder nicht. Außerdem schau ich jeden Samstag den Hundeprofi auf VOX.. Ich kenne mich aus!“  In solch einem Augenblick möchte ich dieser Art von Leute gerne meine gesammelte Hundebücherbibliothek an den Kopf werfen, und wenn sie fragen warum das denn, gleich noch einen Band von besagtem Hundeprofi hinterher. Ganz ehrlich, da ist mir ein kerniger Hundehasser lieber der an mir vorbeigeht und was von „Flohzirkus“ in seinen Bart nuschelt. Da weiß ich dann wenigstens woran ich bin, die Fronten sind geklärt, und ich muss meinen Hund nicht vor ach so lieb gemeinten Übergrifflichkeiten beschützen… „oohh der ist aber süß…“. Wenn ich das schon höre möchte ich am liebsten sofort umdrehen und mit meinem Hund beim Gassigehen in einen fluchtartigen Galopp verfallen. Hilfreich wären hier Schilder am Strassenrand auf denen steht..“Vorsicht übergriffliche Hundestreichler auf den nächsten 2 km“. Leider passiert sowas auch gerne mal mitten auf Feld, in Wald und auf Wiese. Mit Sicherheit dann wenn Herr Retriever gerade seinen Dummy am holen ist. Und dann fragen sich solche Leute echt im Ernst warum Labradorbesitzer auf sie zukommt und schnaubt wie ein wild gewordener Rottweiler. „Jetzt hatte ich ihn schonmal soweit das er den Dummy holt und dann lenkst du Elch ihn ab“ knurrt Hundeführer dann auch gerne mal. Quittiert wird das dann meist mit einem unverständigen Kopfschütteln des Canidae-Jublers.

Aber auch Begegnungen mit Hundephobikern können eine unangenehme Stimmungslage bei Hund und Herrchen/Frauchen hinterlassen. So passiert vor einiger Zeit. Wir begegneten einem Hunde-nicht-Möger der Kategorie „Kack mir nicht auf den Rasen Köter“. Bei unserer abendlichen Streif durch die Gemeinde kamen wir an einem Haus vorbei das an ein großes unbebautes Grundstück grenzt. Mein Hund tat das was er für nötig hielt, auf die weiträumige Wiese rennen und dort sein Geschäft verrichten. Als verantwortungsvoller Hundehalter ging ich ihm hinterher und zückte meine leuchtend rote Kacktüte um auch alles aufzusammeln was Hund so hinterlassen hatte. Während ich das tat kam aus dem Haus ein Mann auf mich zu und es begab sich folgender Wortwechsel (Ich kürze Hundephobiker hier einfach mit HP ab):

HP: Sie da, ich weiß sie sammeln das auf, aber muss der Hund hier hin machen? Können sie dafür nicht in den Wald gehen (Anmerkung, der Waldrand ist circa einen Kilometer entfernt) 

Ich: Entschuldigung, ist das ihr Grundstück? 

HP: Nein, darauf kommts aber nicht an, andere Leute lassen das liegen und ich trete dauernd beim Einsteigen in mein Auto in Hundehaufen. (Anmerkung, sein Auto stand gut 200 Meter weg vom Ort des Geschehens, sein Heim übrigens auch) 

Ich: Okay, ich achte zukünftig drauf das er es nicht mehr hier macht ( Anmerkung, normal bin ich ja nicht auf den Mund gefallen, aber hier fehlten mir irgendwie die Worte) 

HP: Ich will nicht das hier eine Hundewiese entsteht.. Ihr könnt (wie schonmal gesagt) auch in den Wald gehen. Hier laufen eh zuviele Köter rum.

Ich: ähm (Ähm = vergeblicher Versuch zu erklären das mein Hund auf dem Weg zum Wald vielleicht doch schon vorher mal muss, und Köter darf nur ich zu ihm sagen) 

Der Mann ging weg und ich blieb wortlos zurück. Ich hatte schon von solchen Menschen gehört, aber bis dato noch keinen getroffen. Ich meine, ich seh ja ein, das wenn so ein Tier ihm direkt vor die Haus- oder Autotür macht, und es dann liegen bleibt dies sicher ein Ärgernis ist. Aber einen Hundehalter anzuschnauzen der erstens mindestens 200 m weg von besagten Türen steht, und noch dazu das Corpus Delicti aufsammelt halte ich für Willkür. Leider habe ich besagten Herren seit diesem Vorfall nicht mehr gesehen, beim nächsten mal werde ich mich sicherlich nicht so abfertigen lassen. Und ausserdem füge ich eine neue Kategorie zu den Hundephobikern hinzu, die „kack bloß nicht auf irgendeine Wiese“ Kategorie.

Folgende Sätze habe ich mir fürs nächste Zusammentreffen schon überlegt, je nach Tagesstimmung werde ich wohl einen davon benutzen:

1. Ich trainiere ihm gerade an aufs Klo zu gehen, aber das dauert.

2. Wenn du nicht ruhig bist klickere ich ihm das Kacken vor deine Autotür und vergeße das Tütchen zuhause.

3. Warum erfinden sie keinen Hundekotalarmmelder?

4. Geh weg du Sack! 

5. Mögen sie eigentlich auch keine Katzen? 

6. Der Förster hat gesagt, nicht in den Wald machen. 

7. Darf ich vorstellen.. Mein Baseballschläger. 

8. Wenn du nicht ruhig bist, leg ich mir ne Kuh zu die ich auch hier lang führe. Jeden Tag!

9. Fass!

10. Friss dich satt an seinem Fleisch, Tari!

11. Wir machen jetzt hier hin, und wie gehts dir dabei? 

12. Mein Hund ist inkontinent.

Ich freue mich schon auf das Gespräch mit besagtem Herren, wenn er mir wieder gegenübertritt. Das Ergebnis werde ich dann berichten.

Comino sucht…

..ein neues Zuhause!

Heute mal etwas weniger ironisches. Vor ein paar Tagen bekam ich aus dem Familienkreis Bild und Geschichte von Comino zugetragen.

Es ist ein Mischlingswelpe, der sich gerade in München aufhält, aber an seinem aktuellen Platz wohl nicht bleiben kann. Daher sucht er dringend ein neues Zuhause.

Anbei das Foto von „Comino“ , genannt nach seinem Fundort Capo Comino auf Sardinien. Er wurde vergiftet und geschwächt dort gefunden, und mit Hilfe von Tierärzten wieder aufgepäppelt. Er versteht sich gut mit anderen Hunden. Ist circa 5-6 Monate alt. Und soll wohl mittelgroß werden.

Falls jemand Interesse hätte sich um den kleinen Kerl zu kümmern, darf Sie/Er sich gerne bei mir melden. Ich würde dann entsprechend einen Kontakt herstellen.